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Festpredigten
Entstehung
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Schwache einer Natur in welcher der Abglanz der göttli-chen Herrlichkeit gewohnt hat? Sollen wir nicht viel-mehr darum uns selbst, und jeder den andern ehren?Was kann gewisser seyn, als daß wir mit dem höchstenaller Wesen in Verbindung stehen.

Es laßt sich zwar nicht läugnen, daß in Jesus über-menschliches Wesen war, seine SchicksaleundseineTha-ten bezeugen es zu stark. Nichts desto weniger war erdoch auch Mensch wie wir, und auf menschliche WeiseHüter jene erhabene Größe entwickelt, die wir an ihmbewundernund verehren. Es war ein menschlicher Ver-stand , der diese Schütze der ErkenNtniß umfaßte; eswarein menschliches Herz, daß diese Tugenden verei-nigte; es war ein menschlicher Wille, der diesen Gehor-sam und diese Unterwerfung bewies. Wirsehen an ihm,wessen wir fähig sind, und was aus uns werden soll.Mögen wir immerhin diese Größe auf Erden nicht errei-chen : wir erkennen doch, daß sie für uns erreichbar ist,daß unsre Natur Empfänglichkeit für sie hat, daß dieAnlagen, womit sie geschmückt ist, nur ganz entwickeltwerden dürfen, um das Vortrefflichste darzustellen.Sey das Verderben der menschlichen Natur groß, derHang zum Bösen in ihr mächtig, seyen ihre Verunstal-tungen zahlreich, und ihre Verirrungen traurig: den-noch läßt sich die ursprüngliche Würde derselben nichtverkennen; dennoch läßt sich ihr die Fähigkeit zu derhöchsten Vollkommenheit nicht absprechen. Mit Rechtfreuen wir uns, daß wir an der Menschheit Theil haben.Es ist etwas Großes eiy Mensch zu seyn, da der Sohndes Ewigen selbst ein Mensch war noch mehr aber,