lische Sanftmuth, die alles ertragt, diese rührendeGroßmuth, die alles vergibt, und für Feinde bethet,diese stille Demuth, die von den gegründetesten An-sprüchen keinen geltend macht, diese Reinigkeit desHerzens, die nie durch eine unlautre Bewegung ge-trübt wird — welchen Freund des Guten sollte dasnicht mit inniger Freude erfüllen! Es steht sehr be-denklich um uns, die besten Fähigkeiten unsrer Natursind gänzlich abgestorben, oder doch sehr geschwächt,wir dürfen uns wenig von dem Einstusse des, Chnsten-thums auf unser Herz versprechen, wenn wir bei dersittlichen Größe Jesu gleichgültig bleiben, wenn wirhöchstens die Regungen einer Bewunderung, die jedesAußerordentliche in uns erzeugt, dabey empfinden.
Ist es ein heiliger Schmerz, worin wir-ken Verfall der Menschheit beklagen: dann ist es aucheine heilige Freude, die wir da empfinden, woMenschenwchrt sich in seiner ganzen Herrlichkeit zeigt,wie bei Jesus Christus. Die Schaarcn des Him-mels feyerten in kobgesangen seine Ankunft: darunssey auch Freude auf Erden in.heiligen Seelen.
Mit Aufträgen an die Menschen erschien Jesus.Unsre Natur bekleidete ihn, daß er unser Retterwürde. Uns von den. drückendsten aller Uebel, unsvon der Sclavcrcp des, Jrrthums und des Lasters zubefreyen, uns mit Gott zu versöhnen, und zu seinenFreunden zu bilden, uns, einer göttlichen Natur theil-haftig zu machen, uns mit den köstlichsten Gütern zusegnen, uns mit den herrlichsten Hoffnungen zu be-glücken , ein dem Himmel geweihtes Geschlecht auf Er-