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Festpredigten
Entstehung
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11
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II

Wonne seines Herzens, das wahrnehmen, waS er soinbrünstig liebt, und was seine Seele so einzig beschäf-tigt. Wenn das Mittelmäßige und Verächtliche, daswir an allem menschlichen Thun und Streben bemer-ken, wann das Gewühl so vieler Bemühungen, dieauf nichts als Kleines oder gar Unwürdiges gerichtetsind, wenn diese Niedrigkeit der Gesinnungen, dieserengherzige Eigennutz der allen anklebt, diese unsittli-chen Triebe, die sich in alles mischen, und alles befle-cken, uns mit Eckel an der Welt und an allen mensch-lichen Wesen erfüllt haben: wie muß es uns dann sowohl thun, daß wir mit voller Befriedigung bey Ei-nem verweilen können, dessen Leben uns die Mensch-heit auf der höchsten Stufe der sittlichen Veredlungzeigt!.

Alles, was zur wahren Vollkommenheit erfor-dert wird, sehen wir in ihm vereinigt. Der Gedan-ke- an Gott ist in seiner Seele herrschend, er ist gleich-sam sein eigenstes Leben geworden. Dieser Gedanke lei-tet die Wünsche und Empfindungen seiyes Herzens, erunterstützt ihn, bey dem, was er thutynd leidet, erist die Quelle seiner Zuversicht, und weicht nicht vonihm bis zum letzten Hauche seines Lebens. Dieses un-erschütterliche Festhalten an Gott unter den größtenVersuchungen, diese Unterwerfung unter den WillenGottes bei den schmerzlichsten Leiden, dieses Vertrau-en auf Gott in den bangsten Stunden, dieser uner-müdete Eifer, das Werk Gottes zu wirken, dieseBeharrlichkeit bey den größten Hindernissen, diese in-nige Menschenliebe, die alles aufopfert, diese himm-