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will, verpaaren sich allerlei ungebührliche Gelüsteund menschenfeindliche Gesinnungen. Derselbe Stolz,der bei den Überbildeten sich als gleisnerische Fein-heit und böswillige Verschmitztheit äußert, artetbei den Geringcrn in rohe Willkühr und Grau-samkeit aus. So lange daher jene mit keinem ver-nünftigern Beispiel vorlenchten, und nicht trotzbie-tend genug ihre kaltsinnige Verachtung gegen dieEigenheiten, ja selbst gegen die rechtmäßigen An-sprüche anderer Völker aussprechen zu können glau-ben : so lange ist für ihre sittliche Wiedergeburtwenig zu hoffen. Denn die Selbstvergötterung stehtder Selbsterkenntniß im Wege, und wo diese fehlt,rst der ernste Wille einer Gemüthsänderung nochzu erwarten.
Einige Denker unter den Franzosen fühlten seitlange schon das Bedürfniß einer den inner«Menschen gründlicher belehrenden Bildung. Sie be-obachteten mit Theilnahme und Wohlgefallen dassanftere, anspruchlosere, gesetztere Wesen der Deut-schen. Sie überwanden die alten Vorurtheile undbemüheten sich sogar, die deutsche Sprache undWissenschaft näher kennen zu lernen. Möchten sienur nickt durch scheinbare Mißverhältnisse verlei-tet werden, die im deutschen Gemüthe vorwalten-de Stimmung für das Göttliche und Ewige min-der richtig zu würdigen. Ob Gottesfurcht und Men-schenliebe nicht zu leeren Worten geworden, läßt