öffentliche Ruhe erhält. Das Band des Staates,gleichsam seine Muskelkraft, ist die Einhelligkeitdes Strebens Aller nach Sicherheit, verbunden mitdem Vertrauen , die Regierung wolle sie beschützenund habe die Macht dazu. Wird dieses Vertrauengelähmt, dann vermag die Regierung nicht ein-mal den Staat, geschweige sich selbst gegen dieAusschweifungen der Mißvergnügten zu vertreten.Die in unendlich abwechselnden Richtungen ihrerNatur nach ohnehin so bewegliche, ohne Eindäm-mung und Gegengewicht aber gar zu leicht in'sWilde wogende Menge bleibt immerdar der Ge-fahr ausgesctzt, ein blindes Werkzeug bald diesesbald jenes Parteihaufens zu werden. Kurz, derStaat erkrankt' und aus den Gährungcn der Auf-lösung sproßte die Hyder der Zügellosigkeit hervor,die Volks-Oberherrlichkcit im umgekehrten Sinne,als wen» die Faust über das Haupt, die Knochen«kraft über das Recht zu gebieten hätte.
Befand das beklagcnswcrthc Reich sich nicht meh-rere Jahre in Gefahr, die Wuthausbrüche deshun-dertköpffgen Ungeheuers wieder und wieder zu er-leben , bis dem Sohne des Krieges endlich gelang,das Scheusal nicht zu erdrücken, sondern an demKoder seiner Eroberungen zu fesseln? Wie könnteaber die Ruhe, wie eine friedliebend für das In-nere sorgende Regierung bestehn, wenn ein Vo-lkbeinahe ein Menschenalter hindurch geflissentlich für