T e r
Bilder ursprunglich Pfosten an denEingängen der Felder oder Garrcngewesen, durch welche eine Stangegcstekt worden, um das Vieh abzu-halten, gerade wie noch itzt die Ein-gange solcher eingezäunter Felderverwahrt werden. Gegenwärtigwerden solche Pfosten bisweilen miteinem vicrckigen oben abgespitztenKopfe verzieret. Diesem gaben dieGriechen und dieHetruricr die Formeines Mcnschenkopfs. Ob dieses blosmehrerer Zierlichkeit halben geschehensey; oder ob die Kopfe beschützendeGottheiten haben vorstellen sollen,überlasse ich andern zu untersuchen.So viel scheinet mir gewist, daß sol-che Ttrmen die ältesten Werke derBildhaucrtunst gewesen. Man weiß,daß einige alte Volker blos unform-liche Steine als Bilder der Gotterverehrt haben. Nachdem die Bild-hauerei) aufgekommen war, wurdenSteine aufgerichtet, deren oberstesEnde, so gut es die noch rohe Kunstvermochte, nach der Gestalt desmenschlichen Hauptes ausgehaucnward, um sie von andern gemeinenSteinen zu unterscheiden. Vielleichtaber haben die Granzsteine, die bei)allcnVolkern für etwas heiliges undunverletzliches gehalten werden, zuerstdiesen Einfall veranlasset. Es mageinem eingefallen siyn, diese Steine,um sie von andern, die der Zufallauf Feldern aufgestellt, zu unter-scheiden, oben etwas abzurunden,und etwa Nase, Augen und Munddarauf anzuzeigen, damit der Granz-fcein zu einem Bilde des Gotteswürde, der die Verletzung der Gran-zen rächet. Dieser Einfall hat her-nach Gelegenheit gegeben, daß über-haupt alle Granzsteine so bezeich-net worden. Endlich aber ist, wiees init so viel andern Dingen ge-gangen, eine besondere Zicrrath erstin den Garten, hernach sogar anGebäuden, aus diesen Gränzstcincngemacht worden.
Ter 527
Terz.
(Musik.)
Ein consonircndes Intervall, dasseinen Namen daher hat, daß in derdiatonischen Tonleiter immer die drit-te Sayte, von welchem der sieben dia-tonischen Ts'lic man sie abzähle, eineTerz gegen die erste klinget, alsL ge-gen L; k' gegen Il>; (, gegen kl u s. f.Weil in unscrni diatonischen Systemdie Stufen von einem Tone zum an-der» ungleich sind, und drei) Sayrenentweder zwey Intervalle von ganzenTonen, wie ED, V-L, oder nurvou einem ganzen To» und einem hal-ben, wiel)-k, L-kI ausmachen,so ist auch die Terz von zwey Gat-tungen, nämlich groß, oder klein;jene besieht ans zwey ganzenTonen*),diese aus einem ganzen und einemhalben. Da wir aber zweyerley ganzeTone haben, nämlich eine» nach deinVcrhältinßA, und einen von/^**),so entstehen daher zweyerle» großeTerzen; da bisweilen der große ganzeTon K und der kleine bisweilenaber zwey große Tone A aufeinanderfolgen. Im ersten Fall ist also dieTerz § x als lM K, das ist Moder im andern Fall aber ist sieHxH als IZ.-k; das ist-Z4- Auseben diesem Grund ist auch die kleineTerz nach unserm Epstein von zweyer-lcy Art, da sie entweder aus demgroßen, oder kleinen ganzen und demhalben Tone besteht; im ersten Fallist also die kleine TerzHx^alsdas ist oder im andern aberist sie ^ x ^ als O-bI das ist^4 oder -ßZ. Von einer dritten ver-minderten Terz, deren VcrhältnißH wäre, haben wir anderswo gespro-chen s).
Von
') Daher kommt ihr gricchiMr Raine
Oilc>ml5.
**) S. Svstcm.
D S. Consonani; Dreyklang.