Druckschrift 
4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
493
Einzelbild herunterladen
 

Tac

Tac

4SZ

Taktart nur aus zween, höchstensaus vier gleichen Zeiten bestehen.Die ungerade Taktart kann niemalsweder mehr noch weniger als dreyZeiten in sich enthalten, weil jedehöhere nngerade Anzahl von gleichenHanptzeiten ermüdend, unfaßlich,und daher in der Musik nicht ange-nommen ist: eben so wenig ist einungerader Takt von Einer Zeit mög-lich, weil er allezeit aus mehrerenZeilen zusammengesetzt ist. Manversuche eine Folge von langen ein-syldigen Worten, die einzigen, diedie Nothwendigkeit eines solchen,Taktes erweisen können, wie z. B.2vrr.fr, Macht, Ruhm, K.ob, Ehr,

Preis, in gleichem Abstand von ein-ander auszusprechen, so wird manzwischen jedeinWort eiue kleine Ruheoder Pause bemerken, die die zwcyteHälfte des Abstandes von einem Wortzum andern einnimmt, wie hier:

Kraft,

i" ' IIMacht, Siuhm, »c.

Dieses wird noch deutlicher, wen«man zwischen zwei) dieser Wortedas kurze Vmdungswort: und, setzt;dann nimmt das vorhergehende Wortmit diesem uns gerade so viel Zeitein, >>ls jedes andere Wort allein,wie hier:

-1,^-

o

Kraft,

Macht,

Ruhm,

's

tob,

I >

Ehr und Preis.

Alle ungerade Taktarren werden des-wegen Tripeltakte gencnnet, weil sienur aus drey Zeiten zusammengesetztsind, 'uno keine andre Zusammen-setzung von ungeraden Zeiten ohneZwang statt finden kann.

Um nun alle Takte jeder Art beyeinander zu haben, wäre ein Taktvon zween, ein anderer von vier Zei-ten zur geraden, und ein dritter vondrey Zeilen zur ungeraden Taktarthinlänglich: eine deutliche und genaueBezeichnung der Bewegung, die demSrük vorgcsetzct würde, würde dieGeschwindigkeit oder Langsamkeit be-stimmen, in welcher dasStük vor-getragen werden sollte. Mehr, sollteman glauben, würde zu keinem Etük

*) Man findet in Rousscaus OiÄ. rielUMiqu« ?Iiwct>e L. X. ein Slükim A Takt, das, vhngeachtcr Rons,seau darin an cksnr rrSz.diencsöeo.ce zu finden glaubt, uns vielmehrsehr verworren und unfaßlich vor-kommt. Telcmann, der nur gar zugern dem Sonderbaren aiihieng. darin seinen Kirchenfiückcn sogar ganzeChöre i» diesen, und andern ihm öhv-lichcn chinnlrischrn Takten gcscor, dieden Scingern und dem Zuhörer gleich-ermüdend sind.

in Ansehung des Takts und der Be-wegung erfordert. Aber zu geschwei-ge», daß die Bewegung unendlicherGrade des Geschwinderen und Lang-sameren fähig ist, die unmöglichdurch Worte oder andere Zeichen z»bezeichnen wären, so würden in sol-chem Falle nochwendig eben so vielZeichen ober Worte crfodert, die denVortrag des Stüks bezeichneten, obes nämlich schwer und stark, oderleichter und moz-sc, kUret-, oder ganzleicht und gleichsam spielend vorge-tragen werden sollte. Denn hicvonhängt der ganze Charakter desselbenab. Es ist ein himmelweiter Unter-schied, den Jedermann bemerken muß,ob ein Stüh ohne Rüksiche des Zeit-maaßes, auf der Violine mit derganzen Schwere des Vogens, oderleicht und nur mit der Spitze dessel-ben vorgetragen werde. Hier ist vonkeinem künstlichem, sondern von dein,in dem Charakter jedes Stük selbstgegründeten Vortrag die Rede, ohneden dieMusik ein steifes und langwei-liges Emerley seyn würde, und dcrdaher erkannt werden muß, wenn ergetroffen werden sott. Nun ist es

jede«