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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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Punkte der constanten Temperatur weiter abstehend, stärker erkalten,als die heißern Himmelsstriche: so muß durch die stärkere Zusam-mcnzichung des Polardurchmessers im Vergleich zum Acquatorial-Durchmesser die flüssige Erdmasse nach dem Acquator zu nach au-ßen gedrängt werden / wodurch nothwcndig eine Hebung des Schwin-gungspunkts erfolgen muß, so daß die Senkung desselben durchAbkühlung dadurch aufgehoben werden könnte.

Aus diesen physikalischen Gründen scheint mir die Nachwci-sung der UnVeränderlichkeit der Tageslä'nge, wenn dieselbe auch mitaller Sicherheit astronomisch constatirt sein sollte, wogegen eben-falls Zweifel möchten erhoben werden dürfen, noch immer nicht dieBerechtigung zu begründen, auf eine bloß unmerkliche Verminde-rung der Erdwärme den Schluß zu machen.

Die thermometrischen Beobachtungen sind noch zu jung, alsdaß aus ihnen die Abnahme der Erdwärme nachgewiesen werdenkönnte. Die Lufttemperatur ist so großen Schwankungen unter-worfen, daß sie nie zu solchen Zwecken benutzt werden kann. Mandarf allein durch vielfältige Beobachtungen solcher Quellen, derenTemperatur zwischen möglichst engen Grenzen schwankt, ein genü-gendes und sicheres Resultat zu erlangen hoffen. Diese Beobach-tungen müssen aber sehr viele Quellen, und welche über möglichstgroße Erdstrecken verbreitet sind, umfassen. Sic müssen mit Ther-mometern angestellt werden, deren Genauigkeit bis auf ein Hun-dertstel Grad sich verbürgen läßt. Leider stellen nur noch sehr we-nige Beobachter eine so" strenge Forderung an ihre Thermometer,und in Frankreich und England ist man sogar noch über die Be-dingungen einer größern Genauigkeit in völligster Unwissenheit.Fast in jeder Gegend gibt es Quellen, deren Temperaturen in denverschiedenen Monaten des Jahres nur ein paar Zehntel eines Gra-des variiren; es gibt sogar in nicht zu geringer Anzahl Quellen,deren Temperatur nur in den Hundertsteln eines Grades veränder-lich ist. Solche Quellen müssen mehrere Jahre lang beobachtetwerden, wodurch ihre mittlere Temperatur sich bis auf ein paarHundertstel Grad genau bestimmen läßt. Freilich können bei ein-zelnen Quellen im Laufe mehrerer Jahrhunderte Veränderungeneintreten, die unabhängig von der Veränderung der Erdwärme sind,und doch auf die Quellen-Temperatur Einfluß haben. Die dadurchherbeigeftihrten Irrungen können nur durch Beobachtungen vielerQuellen umgangen werden.

Ich habe mit genauen Thermometern einige Jahre hindurchdie Temperatur mehrerer Quellen in der Umgegend von Soest undvon Elberfeld mit aller Sorgfalt beobachtet. Diese Beobachtun-gen sollen an einem andern Orte, als ein geringer Beitrag füreine künftige Bestimmung der Veränderungen in der Temperaturder Erde, bekannt gemacht werden.