Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
703
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Jon

Anleitung zur inusikcil. Tclahrthclt,S. -91.der -teil Aufl. hkher..

Ionisch.

(Musik.)

Nie jonische Tonart der Alten istdie, welche nach der heutigen ArtLdur genennt wird. Man hatauch einen jonischen Klangfuß, derans vier Tonen besteht, davon diezwei) ersten kurz und die zwei) an-der» lang, oder umgekehrt die zwei)ersten lang und die zwey andern kurzsind, und also einen ungeraden TaktausmaclM.

Ionisch.

(Baukunst.)

Nie Jonier, welche sich ehemalsin Klemasicn niedergelassen halten,haben die besondere Art der Säulen-ordnung ") erfunden, die noch itztden Namen von ihnen hat. Virrn-^ erzählt den Ursprung dieserOrdnung auf folgende Art. Diedrcyzehn griechischen Colonien, dieunter der allgemeinen Anführung desJon, aus Griechenland ausgezogenwaren und sich in Kleinasien nieder-gelassen hatten, baucten verschiedeneTempel, welche sie anfanglich nachdorischer Arr aufführten, weil diesein ihrem ehemaligen Vaterlande ge-wohnlich war. Als sie aber einigeZeit hernach den Tempel der Dianazu Ephcsus zu bauen sich entschlos-sen hatten, sannen sie auf andreund zierlichere Verhältnisse, als diewaren, die man an den dorischenTempeln sah. Diese waren über-haupt nach den Verhältnissen dermannlichen Gestalt eingerichtet, in-dem die Säule (ohne Fuß) mir demKnauff, oderCapitcel, sechsmal ho-ch S. Ordnung.

-ch 1.. iv.«. 1.

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her, als die Dike an dem unterstenEnde des Stammes war; auch hat-ten sowol die Säulen, als die übri-gen Thcilc der Ordnung wenig zier-liches. Um also etwas Schönereszu machen, gaben die jonischeu Bau-meister den neuen Säulen niche nureine größere Hohe, indem sie diesel-ben (mit dem Fuß) achtmal hohermachten, als der Stamm dik war,sondern auch noch überdem denKnauss, nach Anleitung des weibli-chen Kopfputzes, verzierten. DieVoluten, oder Schnecken, an demKnauff sollen nach Aehnlichkeit der,an bepden Schlafen damals üblichenHaarlocken gemacht worden seyn;die an den Kehlleisten, dem Wulstund Stab des Knauffs angebrach-ten Verzierungen und Schnitzwerkeaber, von den a» der Stirnc gefloch-tenen und mit Schmuck verziertenHaaren. Diese Ordnung hat her-nach so viel Bcpfall gefunden, daßverschiedene Baumeister die dorischefür Tempel nicht mehr für schicklichgehalten haben.")

In der That hat die jonische Ord-nung bei) ihrer Einfalt große Schön-heit, und macht dem Geschmack deralten Jonier viel Ehre. Sie stehtzwischen dem ernsthaften, etwas ro-hen Wesen der Dorischen und deinRcichthum der Corinthischen m derMitte. Sie unterscheidet sich haupt-sächlich durch ihre, über den ganzenKnauss herunterhängende Schnecken,und durch die edle Einfalt ihres Ge-bälkes, dessen Fries entweder ganzglatt, oder mit Fruchtschnürcn undLaubwerk verziert ist. Unter demKranz werden insgemein Zahnschnit-te angebracht. Ehedem wurden dieSchnecken an zwei) Seiten desKnauffs nach Art aufgewikeltcr Rol-len gemacht; daher die vordere und

Hintere

*) Vlrruv. l. IV. c. z.