Jon
Anleitung zur inusikcil. Tclahrthclt,S. -91.der -teil Aufl. hkher. —. —
Ionisch.
(Musik.)
Nie jonische Tonart der Alten istdie, welche nach der heutigen ArtLdur genennt wird. Man hatauch einen jonischen Klangfuß, derans vier Tonen besteht, davon diezwei) ersten kurz und die zwei) an-der» lang, oder umgekehrt die zwei)ersten lang und die zwey andern kurzsind, und also einen ungeraden TaktausmaclM.
Ionisch.
(Baukunst.)
Nie Jonier, welche sich ehemalsin Klemasicn niedergelassen halten,haben die besondere Art der Säulen-ordnung ") erfunden, die noch itztden Namen von ihnen hat. Virrn-^ erzählt den Ursprung dieserOrdnung auf folgende Art. Diedrcyzehn griechischen Colonien, dieunter der allgemeinen Anführung desJon, aus Griechenland ausgezogenwaren und sich in Kleinasien nieder-gelassen hatten, baucten verschiedeneTempel, welche sie anfanglich nachdorischer Arr aufführten, weil diesein ihrem ehemaligen Vaterlande ge-wohnlich war. Als sie aber einigeZeit hernach den Tempel der Dianazu Ephcsus zu bauen sich entschlos-sen hatten, sannen sie auf andreund zierlichere Verhältnisse, als diewaren, die man an den dorischenTempeln sah. Diese waren über-haupt nach den Verhältnissen dermannlichen Gestalt eingerichtet, in-dem die Säule (ohne Fuß) mir demKnauff, oderCapitcel, sechsmal ho-ch S. Ordnung.
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her, als die Dike an dem unterstenEnde des Stammes war; auch hat-ten sowol die Säulen, als die übri-gen Thcilc der Ordnung wenig zier-liches. Um also etwas Schönereszu machen, gaben die jonischeu Bau-meister den neuen Säulen niche nureine größere Hohe, indem sie diesel-ben (mit dem Fuß) achtmal hohermachten, als der Stamm dik war,sondern auch noch überdem denKnauss, nach Anleitung des weibli-chen Kopfputzes, verzierten. DieVoluten, oder Schnecken, an demKnauff sollen nach Aehnlichkeit der,an bepden Schlafen damals üblichenHaarlocken gemacht worden seyn;die an den Kehlleisten, dem Wulstund Stab des Knauffs angebrach-ten Verzierungen und Schnitzwerkeaber, von den a» der Stirnc gefloch-tenen und mit Schmuck verziertenHaaren. Diese Ordnung hat her-nach so viel Bcpfall gefunden, daßverschiedene Baumeister die dorischefür Tempel nicht mehr für schicklichgehalten haben.")
In der That hat die jonische Ord-nung bei) ihrer Einfalt große Schön-heit, und macht dem Geschmack deralten Jonier viel Ehre. Sie stehtzwischen dem ernsthaften, etwas ro-hen Wesen der Dorischen und deinRcichthum der Corinthischen m derMitte. Sie unterscheidet sich haupt-sächlich durch ihre, über den ganzenKnauss herunterhängende Schnecken,und durch die edle Einfalt ihres Ge-bälkes, dessen Fries entweder ganzglatt, oder mit Fruchtschnürcn undLaubwerk verziert ist. Unter demKranz werden insgemein Zahnschnit-te angebracht. Ehedem wurden dieSchnecken an zwei) Seiten desKnauffs nach Art aufgewikeltcr Rol-len gemacht; daher die vordere und
Hintere
*) Vlrruv. l. IV. c. z.