Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
696
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Man muff hier voraussetzen, daß al-leuial die Stufe, worauf die Notedes Haupttoncs, aus welchem ge-spielt wird, stehet, mit > bezeichnetwerde- Wenn das Stük aus L ge-spielt wird, so ist die Bezeichnung,wie bcy «; wird aus ^ gespielt, soist sie wie bei) /Z. u. s. f. Von daaus werden die andern Stufen derRcyhc nach mit den Zahlen, wie sieauf einander folgen, bezeichnet. Aufdiese Weise bekommt der höhere Ton,in Absicht seines Abstaudes von demGrundtone, das ist, das Intervall,den lateinischen Namen der Zahl,womit die Stufe, darauf er steht, be-zeichnet ist- Also ist I) die Secunde,LdieTcrz, b" die Quarte und so fort,von L. Eben dieses gilt auch, wennman einen andern Ton, z. E. fürden untersten annimmt, wie im zwey-ken Beyspiel zu sehen ist.

Daher sind ehedem so viel verschie-dene Namen der Intervalle entstan-den, als in dem System Stufen ge-wesen. Die Neuern haben diese Na-men nicht alle behalten, sondern ge-ben fast allezeit den Tönen, die dasIntervall der Oetave überschreiten,wieder die Namen, die sie haben wur-den, wenn die achte Stufe wiedermit >, die neunte mit 2 u.s. f. bezcich^nctwärem wie bei*. Was also nachder ersten Bezeichnung eine Rone, De-cime, Undccimewärc, wird auf dieseArt zur Sccunde, Terz und Quarte.Diese hat man verdoppelte, oder

auch biswcilett zusammengesetzte In-

tervallc gcncnnt. Doch gicbt es auchFalle, wo die alten Namen: Rone,Decimc u. s. f. müssen bcybehaltcnwerden. UM alle Verwirrung zuvermeiden, wird es nöchig seyn, daßwir zeigen, wo dieses geschehenmüsse.

Zuvörderst muß man die verdop-pelten Intervalle bey Verfertigungeines doppelten Contrapunkts, nachden alten Namen, Rone, Decime,Undecime u. s. f. benennen, weil sonstleicht eine Verwirrung entstehenkönnte. Wenn man z. E. eine Stim-me in die Duodecime versetzen will,so muß mau sich folgende Vorstellungvon der Veränderung der Intervallevorzcichncu:

12. I I. 10.9. Z. w.

I. 2. 3.4. Z.W. *)

Zum Contrapunkt in der Quinte aberfolgende:

5. 4. z. 2. i. 2. w.

i. 2. z. 4. z. 6. ?c.Woraus zu sehen ist, daß im erster»Falle die Stimmen ganz anders kom-men, als im andern.

Zweytcns hat man auch beym Ge-neralbaß in der Bezifferung bisweilennöthig, die Intervalle nach alter Artzu bezeichnen. Wenn z. E. bey demOrgelpnnkt, der Accord der Septimemit derNone so vorkommt, daß die-se Dissonanzen, che sie aufgelöst wer-den, etliche Schritte Heraufthun, unddann wieder auf ihre vorige Stellezurüktrcten und aufgelöst werden, inwelchem Falle die Bezifferung nachder neuen Art Verwirrung machenwürde. So wäre es ungereimt undunverständlich, wenn man anstatt die-ser Bezifferung - Z ? ' Z " ^ Z diesebrauchen wollte: s ? «? Z.

Drittens giebt es Fälle, wo dieNone, ihrer Natur und Behandlung

nach,

*) S. Centrapnnkt, ITH. S. ;8->,