Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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ters, der von seiner Materie ganzangefüllt sich hinreißen laßt und sel-ten Zeit nimmt, sich umzusehen, oderseine Schritte abzumessen. Unbe-kümmert ob ihm jemand zuhöre, undst was andre dabei) fühlen können,singt er mit voller Stimme, was erfühlt. Man stellt sich immer dabeyvor, daß er alles, was er erzahlt,itzt würklich bor seinen Augen entste-hen sehe, und allemal mit dem rich-tigsten Ausdruk beschreibe. Er siehtaber alles, als ein Mensch, demvon den Sitten, der Gemüthsartder Personen, von den Künsten, undvon den Landern seiner Zeit nichtsunbekannt ist.

Der erste Held der Jlias, auf des-sen Charakter sich alles gründet, istAchilles, ein höchst ungestümer, zor-niger, trotziger und äußerst eigensin-niger Jüngling. Er stößt alles vorsich her zu Boden, und je größer derTumult wird, desto mehr glänzt er.So groß dieser im kriegerischen Muthist, so chroß ist Ulysses in Politik undVerschlagenheit, und Nestor in ge-setzter Weisheit eines, durch man-cherlei) Erfahrungen klugen Alters.Neben diesen sehen wir eine ganzeSchaar andrer Helden, deren jederder Anführer eines besvndern Stam-mes ist, und der seine, ihm völligeigene Art zu denken und zu handelnhat. Wir lernen nicht nur alle dieseHelden, sondern auch die Völker, diesie anführen, die Lander, aus denensie herkommen, vieles von ihren be-sonder» Sitten und Gebräuchen,kennen. Alle haben sich vereiniget,einen machtigen Staat zu zerstöhren,den selbst viele Götter aus allenKräften unterstützen, dem mehrereNationen zu Hülfe kommen, dessenHaupt ein ehrwürdiger Greis ist, fürwelchen eine Schaar Helden, die seineSöhne sind, ihr Leben mit Freudenwagen. Alles, was im Himmel undauf Erden an Macht, an kriegeri-schem Ruth und an politischer Ver-

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schlagcnheit, groß ist, kommt hierbald als Angreifer, bald als Vcr-theidigcr, dem Leser so vors Gesicht,daß er alles mit Augen zu sehen undmit Ohren zu hören glaubt.

Das menschliche Genie hat nichtshervorgebracht, das diesem Werk anMannigfaltigkeit der Erfindung undan Lebhaftigkeit derAbbildung gleichkomme, und im Ganzen genommenwird die Jlias vermurhlich das ersteWerk des poetischen Genies bleiben.

Denn wenn auch ein zwepter, odergrößerer Homer aufstehen sollte, sowürde es ihm, allem Ansehen nach,an einem Stoffe fehlen, der ihm Ge-legenheit gäbe, so viel berühmte Hel-den und Haupter so vieler würklichmerkwürdiger und mit so völliger in-nerer Frepheit handelnder Völker, aufden Schauplatz treten zu lassen.

Neverseyt in das Italienische istdie Jliadc, von Paol. Badelssi, Päd. 1564.4. in reimst. Verse, aber nur 5 Bücher;von Franc. Nevizano, Tor. 157z. 4. inreimst. Verse, aber nur 5 Bücher; vonBern. Leo da Piperno, Rom. 157z. 12.in Octavcii, über nur 1-Bücher; vonGiovb. Tebaldi, Reinigt. 1620. l-. inOetaven völlig; von Fed. Malipiero, Ven.1642. 4. in Prosa, völlig; von Franc. Vc«lej, Pal. (>66>) in reimst. Versenund völlig; von Bern. Bugliazzini, Lue.170z. ,2. in Ortavrn, und völlig; vonMar. Salvini, Fl. 17-z. L. eben so; vonEivv. del Turco, Fir. 1767. 4. in Oeta-ven, aber nur vier Gesüuge; von Gius. ,Bozzoli, Rom 1769-1770. z. 2 B. inOetaven; vonRidolst, Ven. 1776.8.2 V.in reimst. Versen; von Giae. Leruti,Tor. 1786. 4. 2B. eben so; von Ccsa-rotti, Päd. 1786 u. f. 8. z V. eben so.Travestier, aber nur die ersten 6 Bücher,unter dem Titel, Hilsts joc-iia, von Fe.Loredano, Pen. 165z. 12. 1S96. 12. unddie sieben ersten Bücher, in Neapolita-nischem Lialect, von Nie. Capassi, ins. l?<zeiio varie, dlsp. 1761. 4. In

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