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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
634
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Endzwek dcr schonen Künste wirddadurch nicht erreicht*), sonderndiese Werke dienen blos, die Liebha-ber zu ergötzen. Wenn aber dieseVollkommenheit mit dem höhernWerth vereiniget ist, wenn wichtigeGegenstände so behandelt werden, soist alsdenn das Werk vollkommen.

Man muß also den Künstler, derhöhere Absichten hat, als zu er-götzen, oder das Auge zu tauschen,doch in diese Schule führen. Dieherrlichste Erfindung und dcr größtesichtbare Gegenstand, den das Ge-nie eines Mahlers hervorzubringenvermag, muß dennoch, wenn er imGemählde die größte Würkung thunsoll, sich so zeigen, als wenn es einin dcr Natur vorhandener Gegen-stand wäre *); folglich ist das Stu-dium, wodurch die holländischenWähler groß geworden sind, jedemandern Mahler auch zu empfehlen.

Doch äußert sich dabcy eine Bc-denklichkeit, wodurch die Wichtigkeitdieser Werke für das Studium dcrKunst um ein merkliches verringertwird. Die schätzbarsten Werke sindohne Zweifel doch die. welche zu öf-fentlichem Gebrauch aufgestellt wer-den. Diese müssen ihrer Natur nachgroß seyn. Aber kann das Natürli-che im Großen durch dieselben Mit-tel erreicht werden, wie im Kleinen?daran muß man nothwendig zwei-feln. Wenn die Mahler der römi-schen Schule den Pinsel so geführthätten, wie die holländischen Mei-ster, so würden ihre Gemähldeschwerlich vollkommner worden seyn,als sie durch ihre größere Behand-lung des Colorits worden sind.Wenn ein Mahler, wieGerardDow,oder Franz Mieris, in die Nothwen-digkcit gesetzt worden wäre, großeKirchenstüke zu verfertigen, so hätteer nothwendig andre Methoden, alser würklich gehabt hat, ausdenken

*) S. Künste.

*») S. Natur.

Hol

müssen, nin die wahre Haltung unddie Farben der Natur zu erreichen;nicht nur weil der Fleiß in großenArbeiten oft schädlich ist *), sondernweil durch das Kleine die gute Wür-kung in großen Gemählde» nicht ein-mal kann hervorgebracht werden.Es gehört eine ganz andre Behand-lung dazu, daß ein großer Gegen-stand, den man von weitem ansieht,ein völlig natürliches Ansehen habe,als die, wodurch ein kleiner undganz naher Gegenstand natürlichwird. Aber, wer in kleinen Sachen,wie sich ein Kenner ausdrükt **) ra-phaeliseh denkt und zeichnet, der hatUrsache, sich die äußerste Mühe zugeben, daß er auch, wie GerardDow, mahle.

Zu den vorzüglichen Künstlern dieserSchule werden gerechnet: Luc. v. Lcvden(f >55Z) Mart. Heemskcrk (s >574) Octa-tfius v. Veen (s >6zg) Abrah. Blocmaart(11647) Jvh. Bothls iüzo) Gabr .Mctzu(s >658) Vorth. Breenbergsl- i66c>) Cor«ncl.Pvcle-ubiirg (f,ü5o) Phil. Wouwcr,mans (siSSg) Adr. v. d. Velde (^1672)Joh. Lau. Hcem ((>674) Pct. ». Laar,Bamboccio genannt (s >675. Von seinem,ihm in Italien gegebenen Bcynahnic»,Bamboccio (figürlich, eine Kinderpuppe,eine ungcstalte Figur, eine Frazze, einTölpci) hat man, in dcr Mahlerep, die,aus unedlen, niedrigen Figuren, und ausgemeinen, unanständigen Handlungen be-stehenden Gemählde, Bambocciadcn ge-nannt) Serard Oow (h >6üo) GcrardTcrburg (s >ügO) Franz Mieris (f >6g>)Nie. Borchel» (früzz) Thevd. Hcllcnbre-cken (f i6y,i) Adr. van derKabel (f i6?5)Gottfr. Scaiken (f 1704) Wilh. v. d. Vel-de (fi7°7) Adr. v. d. Werssf 17-7) Johnv. Huysuni (fr?-!?) Ausführliche Le-bensbeschreibungen dieser, und der sämmt-lichen Mahler der Zhrabanrischeu oder

Flam-

^) S. Fleiß.

»») Hagedorns Betracht. S .419.