Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
626
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Postament zwey in Stein gehaueneBrustbilder, davon das eine den ehe,maligen König Hieron , das andreden Philosophen Plato vorstellt. Da-her entsteht die Vcrmurhung, daßdieser Mann der Dion sey. Betrach-tet man die Handlung der Furie na-her, so sieht man an dem Altar, densie umstürzt, diese Aufschrift: CIN-

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macht uns völlig gewiß, daß wirhier den Dion in seinem Hause sehen,und daß das schrekliche Gesicht abge-bildet werde, das er kurz vor demTode seines Sohnes gehabt, dessenPlurarchas in dem Leben des DionsMeldung thut. Zu den Füßen desDions liegt eine Tafel, ans wel-cher eine Stelle aus der Jims zulesen ist-.

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Dieses konnte auf die Vcrmuthungführen, daß Dion eben diese Stelleaus der Jlias gelesen, und daß dieschrckhafrc Vorstellung dieser Sacheihm die Einbildungskraft verwirrtund das Gesicht verursachet habe.Wenn aber dieses die Absicht desKünstlers gewesen ist, so hatte erdiese Stelle lieber auf das Convo-lut, oder Buch, das Dion würklichnoch in der Hand hat, schreiben sol-len.

So finden Künstler von Genie undKenntniß allemal Mittel, den In-halt, oder den eigentlichen Stoff ih-rer Gcmahlde den: Kenner verstand-lich zu machen; wiewol dieses ofteine sehr schwere Sache ist. Hat derWähler alle diese Punkte berichtiget,so kann er nur das, was die voll-

») d, i. denen über SIcilie» herrschendenGöttern setzte Dien diesen Altar.

II. i vi. ;ü/. d. i. (Sie hatte denPinto und die Proserpina beschworen.)daß sie ihren Sohn umbringen moch-ten ; und sie erhörte, in dem ErednS dietm Ginstern hernniirrende Erinnhß.

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kommene Behandlung seines Stoffsbetrifft, in Ucbcrlegung nehmen.

Hier ist nun das Wichtigste, daß er,wie der dramatische Dichter, Perso-nen von bestimmtem Charakter wäh-le, die Anthcil an der Handlung neh- ,imen, und daß er jede gerade in derFassung, oder Leidenschaft, die ihrzukömmt, vorzustellen wisse. Müs-sige Personen, durch deren Gegen-wart die Sccne nicht interessanterwird, thun dem Gemahls eben denSchaden, den sie einer lebhaftenSccne im Schauspiele thun. Aberwenige Mahler haben dieses genug-sam überlegt. Wenn sie die Haupt-personen hingestellt haben und fin-den, daß die Gruppen nicht voll,oder nicht zusammenhangend genugsind, wenn sie etwa zur Haltung ir-gendwo gewisse Farben nörhig ha-ben, so stellen sie gleich eine unnützeFigur dahin, die zwar das Auge et-was befriediget, aber in das Feuerder Empfindung Wasser gießt.Sollte es dem Mahler nicht möglichftycn, mit den nothwcndig zur Hand-lung gehörigen, oder doch zulaßigenPersonen, dem Mechanischen derKunst Genüge zu leisten, so lasse erlieber in dem Körperlichen des Ge-mahldcs eine Unvollkommcnhcit zu,als in dem Geist und der innern lWürkung. Bcy vielen historischenVorstellungen, die man auf Gemahl-den, aufgeschnittenen Steinen undgrößerem Schnitzwerk der Alten fin-det, ist man so sehr mit dem lebhaf-ten Ausdruck dessen, was wir denGeist des Gemähldes nennen, be-schäfftiget, daß man das Fehlerhafteder Gruppirungen und andre Fehler,gegen das Mechanische der Kunst, iwürklich übersieht.

Eben so wenig hat derMahlernö-thig der historischen Wahrheit zu ge-fallen unnöthige Personen zuzulassen.Er hat jedesmal einen genau be-stimmten Gesichtspunkt, aus wel-chem er die Geschichte, die er mahlt,

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