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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
625
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dem Orte verschiedene Anmerkungenbeigebracht worden g.

Wegen des Inhalts der Historieist noch dieses ein wichtiger Punkt,daß der Mahler wol überlege, ob erseinen Stoff auch verständlich genugwerde machen können. Es kömmtungemein ,vicl und gar oft das mei-ste darauf an, daß wir das, wasuns von der Geschichte und den Per-sonen bekannt ist, herbcyrnfen, umdie Kraft der Vorstellung zu fühlen.Wir muffen bey einem guten Ge-mählde ungemein viel mehr denken,als der Mahlcr würklich mahlenkann. Dieses mehrere entspringtdaraus, daß wir bey Gelegenheitdessen, das wir sehen, uns einerMenge andrer dazu gehöriger Sa-chen erinnern. Darum ist cs über-aus wichtig, daß uns der Inhalt desGcmahldes ganz verständlich sey;daß wir sogleich die Personen kennenund gerade den Punkt, aufweichenes mit der Handlung gekommen ist,bemerken. Beydes ist oft sehr schwer.Wir wollen zur Erläuterung dieserAnmerkung den Tod des Änaniasvon Raphael, wie er in einem derberühmten sieben Cartone, die inEngland sind, vorgestellt ist, zumBeyspicl nehmen. Wem diese Ge-schichte bekannt ist, der wird sogleichmerken, was hier vorgestellt ist.Der große Künstler hat es deutlichmachen können , daß hier nicht einMensch vorgestellt wird, den etwaeine Ohnmacht befallt, dieses wür-de wenig rühren; man erkennt ansder Stellung, der Gebehrdung, unddem erhaben fürchterlichen Gesichtedes Apostels sogleich, was alles zubedeuten hat. Dazu aber gehörtnicht blos Genie und Beurtheilung,sondern oft große Kenntniß, damitman durch das liebliche, durch dieKleidung und andre Nebenumstän-de, den Inhalt des Gcmahldes zuerkennen gebe. Als eine Probe einer

H S. Augenblik. >° .

Twe/ter Theil.

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sehr geistreichen Bezeichnung des In-halts kann ein schönes radirkesBlattvon Fücßli H angeführt werden, un-ter welches er die Worte Zpeökrumvioneum hat stechen lassen. DerOrt der Scene ist ein Saal, in wel-chem man einen , von seinem Sitz indem größten Schecken und EntsetzenzurükfahrcndenMann crblikt. Die-ses Entsetzen wird von einem Ge-spenst verursachet. Eine Figur, dieman an ihren brennenden Haaren,und an der wüthenden Bewegung,in welcher sie mit einem ebenfallsbrennenden Hebebaum einen Altarumstürzt, gleich für eine Furie, oderfür ein höllisches Gespenst halt, fährtwüthcnd durch den Saal. Die Be-kleidung derHauptsigur ist antik undgriechisch, wie sie einem Manne vomersten Range zukömmt. Alles, wasman in dem Saal stehet, führet dar-auf, an diesem Manne den Dion zuerkennen. Er lehnet den linken Armauf einen kleinen völlig' nach antikerArtgemachtenTisch, aufweichen! maneine von kostbarem Stein geschnit-tene Schaale siebt, auf deren Grun-de das Worr ")eingegraben ist. Dieses führet so-gleich auf den Gedanken, daß dieserMann einer der ersten Manner inSyrakusa seyn müsse. Hinter ihmcrbiikct man auf einem prachtigen

Posia-

5) Dieser junge Gelehrte und Künstler,in welchem der Geist des Michael An-gelo zn wohnen scheinet, ist noch we-nig bekannt. Er ist ein Sohn desMahlcrs Füßli aus Zürich, der dieLebensbeschreibungen schweizerischerMahlcr herausgegeben hat. Außereinem bcwundrungswürdigen Genie,besitzt er schöne Kenntnisse aus der al-ten Littcratur. Er war nicht zumKünstler, sondern zum Gelehrten be-stimmt, ein würdiger Schüler Böh-mers und Brcitingcrs. Aber der na-türliche Hang hat ihn ohne'Veran-staltung zum Zeichner gemacht. Ergicng 176z nach England, und befin-det sich itzt seit einem Jahr in Rom.»-) das ist, von den Syrakuscrn.

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