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Es kannte in dem Cabinet einesMahlers oderKenners, als cin Mu-ster gewisser Theile der Klinst aufbe-halten , aber zu keinem höhern Ge-brauch aufgestellt werden. Sott es,als Historie, gut scyn, so muß esnicht blos das Auge, sondern denGeist und die Empfindung reizen;es muß dein empfindsamen Men-schen Gedanken und Empfindungencrwcken, die in ihm würksam wer-den. So wie die Gcmahlde der Wol-lust, von einem in Feuer getunktenPinsel gcmahlt, in der animalischenSeele Flammen erwcken, so muß dashistorische Gcmahlde, das dem Mah-ler Ehre machen soll, der sittlichenSeele einen vorthcilhafrcn Stoß ge-ben. Dadurch verdienen sie zur Un-terstützung der Andacht in Tempeln,oder zur Erwckung patriotischer Em-pfindungen in öffentlichen Gebäuden,oder zur Nahrung für die Privat-tngcnd in den Zimmern aufgestellt zuwerden.
Man muß in dem historischen Gc-mahlde verschiedene Gattungen wolvon einander unterscheiden, weil ihrCharakter sehr verschieden ist. Dieeigentliche -Historie stellt eine würk-liche Handlung oder Begebenheit ineinem merkwürdigen Augcnblik vor,und sucht die sich dabey äußerndenFassungen der intcrcssirlcn Personensichtbar zu machen. Die Moral,oder das sittliche Gcmahlde, stelltein Beyspicl handelnder Personenvor, aus dessen Betrachtung cmc be-stimmte Lehre oder Maxime an-schauend erkennt werden kann; seinCharakter wird in einem besondernArtikel naher bestimmt *). Die Al-legorie verhält sich zur Moral ohn-gcfchr, wie das Gleichniß zum Bey-spiel. Sie ist schon an einem an-dern Orte betrachtetworden. Einerandern Gattung könnte man den Na-men der Gebrauche geben; sie die-nen blos, um zur Nachricht, oder') S. Moral.
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zum Ergötzen Gebrauche und Sit-ten aus dem gemeinen Leben, haus-liche Verrichtungen, oder auch öf-fentliche Feyerlichkciten abzubilden.Dahin kann man auch die sogenann-ten Gesellschafrsgemahlde rechnen.Eine andre Gattung könnte manfüglich mit dem Namen der Bilderbelegen. Sie stellen blos cinzclemerkwürdige Personen, in interes-santen Situationen, oder zur Abbil-dung ihres Charakters v vr; so wiebey den Alten die Bilder der Götterund Helden, und bey den Neuemdie Bilder der Heiligen. Ihr Cha-rakter ist gerade der, der den Sta-tuen zukömmt *). Endlich ist nocheine Gattung, die man Schlachtenoder Bataillon nennt, davon auchschon besonders gesprochen worden'*).Jede dieser Gattungen hat ihren ei-genen Geist, den der Wähler nichtverfehlen darf. Hier wird haupt-sachlich von der eigentlichen Historiegesprochen.
Ihre Absicht ist, uns das Betra-gen, die Empfindungen und Leiden-schaften der Menschen bey wichtigenZufällen und Handlungen lebhaftvorzubilden, und uns das fühlen zulassen, was wir könnten gefühlt ha-ben, wenn wir in dem Augcnblik derHandlung, der vorgestellt wird, dieSachen in der Natur gesehen hätten.Es bedarf keiner weitem Ausfüh-rung, um die Wichtigkeit und denNutzen dieser Gattung zu zeigen.Der Hisiorienmahlcr ist auf eben dieArt nützlich, wie der epische und derdramatische Dichter, ob er gleich sehrviel eingeschränkter ist.
Die erste Sorge des Mahlers gehtauf die Wahl der Materie, wobeyes um so viel mehr nöthig ist, ihmNachdenken und Ucbcrlegung zu em-pfehlen, da der große Haufen der
Mah-
S. Statue.
S. BMille-