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Is prorlgue (Zu cloir obscur, preuvoz«je la necellice «lu cloir oblcui-, cle-lnonllrscion «ie lelkor llo el-iir obtcur.— H. Teffclin, ill den Seiirimcnz äesplus bsbiles peincres, S. 99 bei) derAusg. des de Mierrcschen Gedichtes, l.a?<z!ncurc, .^inft. 1770. 12, — I .V.Gool in der Küeuven Zebouburg clorkWlleilsnälcbe Konlktbilileis, Th. r.S. 467. — Hagedorn, in der q;lcn s.Betrachtungen. — S. übrigens den Art.Haltung, S. 464.
H e r 0 i d e.
(Dichtkunst.)
Ein kleines assektvolles Gedicht imTone der Elegie und in Form einesSchreibens an eine Person, gegenwelche man, ohne alle Zurükhal-tung ein gerührtes Herz ausschüttet.Man hat diese Dichtungsart demOvidius zu danken, der ohne Zwei-fel, wegen der bcwundrungswürdi-gen Leichtigkeit, die er hatte, jedesanfte Empfindung durch einenStrohm verschiedener Aeußerungcnzu schildern, auf den Einfall ge-kommen ist, den berühmtesten Per-sonen aus den heroischen oder Helden-zeitcn Schreiben anzudichten, die mitverliebten Klagen angefüllt sind.Die Pcnelope schreibet au ihren Ulys-ses, und gicbt ihm ihr zärtlichesVerlangen nach seiner Zurükkunft,ihre ängstliche Besorgniß wegen fei-nes langen Ausbleibens, und wassie von ihren Freycrn auszustehen hat,mit voller Rührung zu erkennen.
„Es ist kein geringes Verdienst andem Ovidius, (sagt ein sehr scharf-sinniger englischer Kunstrichter) *)
H Versuche über Popens Genie undSchriften, vi. Abschnitt. Eine Ue-bersetzung dieser vortrefflichen Schriftist in deni Vi. Tkcile der Sammlungvermischter Scvristcn zur Beförde-rung der schönen Wissenschaften undfrcyen Künste, die in Berlin beyNicolai herausxekommen ist, zu fin-den.
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daß er die schone Methode erfundenhat, unter erdichteten CharakterenBriefe zu schreiben. Es ist einegroße Verbesserung der griechischenElegie, über welche die dramatischeNatur jener Schreibart einen unge-meinen Vorzug erhielt. Eigentlichist die Elegie nichts, als ein affekt-volles Selbstgespräch, worin dasHerz der Betrübniß und den Rührun-gen, davon es erfüllt ist, Luft schaf-fet: wird dieses Gespräch aber an einebestimmte (wir setzen hinzu, au eineaus der Geschichte bekannte und be-rühmte) Person gerichtet, so erhältes einen gewissen Grad der Schik-lichkeit, (des Interesse,) daran esauch dem, aufs beste ausgeführtenSelbstgespräch in einem Trauerspiel,allezeit fehlen muß. Unsre Unge-duld bey einem brütenden Schmerz,oder bey einer Gemüthsunruh, (auchbey einer von Zärtlichkeit herrühren-den Freude,) macht es sehr natürlich,daß man sich gegen diejenigen!Perso-nen vollAffckt beschweret, von denenman glaubt, daß sie uns solche Un-ruhen verursachet haben) oder daßman seine innige Freude, mit denen,die man liebt, zu theilcn sucht).Man beweist aber hiebcy vornehm-lich seine scharfsinnige Beurtheilungs-kraft, wenn man die vorhabendeKlage soder Ausgießung der Empfin-dung) gerade mit einen! solchen Zeit-punkt eröffnet, welcher zu den zärtlich-sten Empfindungen und zu den plotz-lichsten und lebhaftesten Ausbrüchender Leidenschaft Gelegenheit giebt."
Wir haben diese etwas lange Stelle,mit Einschaltung einiger Begriffe,hier ganz hergesetzt, weil darin dereigentliche Gesichtspunkt, aus wel-chem man diese Dichtungsart benr-thcilen muß, sehr genau bestimmtwird. Es ist eine Hauptsache, daßder Dichter Personen wähle, dieuns aus der Geschichte hinlänglichbekannt sind, und für die wir unsintcressiren, und daß er sie in ganz
intens-