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völligen Schatten liegenden Gegen-ständen durch hellere Localfarbcn auf-helfen, und wie er die im stärkstenLichte stehenden, durch dunklere Far-ben dampfen könne, wo er es zurbesten Haltung und Harmonie fürnöthig halt. Wo man nach der Na-tur der Beleuchtung kein Licht hin-bringen kann, und es dennoch fürnöthig hält, da rhun helle Localfar-bsn den Dienst, und so die dunkelenim vollen Lichte. Darum muß mannicht, wie so oft geschieht, das Helleund Dunkele, das von den eigen-thümlichen Farben abhangt, mitdem Licht und Schatten verwechseln,obgleich beyde cinerleyWürkungthunkönnen *). Der Mahlcr muß sichnicht begnügen, die Harmonie undHaltung blos in der verschiedenenBeleuchtung zu studircn, wicwol siegrößtenthcils von ihr abhängen ;sondern, bey einerlei) Beleuchtung,die durch abgeänderte Localfarbcnentstehenden Veränderungen in derHaltung beobachten. Wer diesenTheil der Kunst vollkommen siudircnwollte, könnte sich die Sache da-durch erleichtern, daß er für eine An-zahl kleinerer Figuren, oder Gliedcr-männer, eine hinlängliche AnzahlGewänder von verschiedenen Farbenhätte, und bey einerlei) Anordnungund Beleuchtung seiner Gruppen, dieFarben der Gewander verschiedent-lich abänderte.
Wir wollen damit gar nicht sa-gen, daß der Mahler jedesmal, wenner in der Arbeit begriffen ist, aufdiese ängstliche und mechanische Wei-se das beste aussuchen soll. Denndergleichen Vcranstchrungen könnengar leicht das Feuer der Einbik-dungskraft, ohne welches kein Werkgut wird, dämpfen; wir schlagendieses blos zum Studiren por, undmüssen auch hier, wie schon bey sovielen andern Gelegenheiten gesche-
H S. cigcnthümliche Farbe.
") S. Beleuchtung.
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hcn ist, dem Mahlcr das Bcyspicldes Leonhards da Vinci vorhalten,dem nichts zu subtil noch zu müh-sam war, was immer Gelegenheitgeben konnte, die Kunst mit neuenBeobachtungen zu bereichern. Wäh-render Arbeit muß der Künstler sichblos auf sein Genie verlassen; aberzum Studircn gehört Fleiß, Veran-staltung, forschendes Nachdenken,Maaß und Gewicht; weil dadurchdem Genie die nöthigen Begriffe,auf die es sich bey der Ausführungstützet, herbeygeschasst werden.
Seltsam, aber vollkommen rich-tig, ist die Beobachtung des obenerwähnten Kunstrichters, daß selbstder Kupferstecher, der doch zur Hal-tung ynd Harmonie nichts, als Lichtund Schatten zu haben scheinet, ansdem Helldunkeln Vorthcile ziehenkönne. Er hat angcmerkct, daß dieKupferstecher, die unter der Aufsichtdes Rubens gearbeitet, dieses zuersterreicht haben *), und daß mit die-sen Meistcrstükcn des Grabstichelsein neuer Zeitraum der Kunst anfange.Gegenwartig scheinet es bisweilen,daß der Grabstichel in der Kunst desHelldunkeln sich mit dem Pinsel selbstin einen Wettstreit einzulassen ge-traue. Die Mittel, wie der Grab-stichel durch die Verschiedenheit derBehandlung, die hellen und dunkeln,strengen und sanften Localfarbcn aus-drükt, verdienetcn wol von den Mei-stern der Kunst besonders entwikeitzu werden; denn der feincste Kenneroder Kunsirichtcr wird, durch dasbloße Studiren der besten Werke, sienicmal deutlich genug entdckcn.
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(*) Von dem Helldunkel handeln, un-ter mehrcrn: De PilcS, in dem Loursäe Peine. S. -85 u. f. der AuSg. von1766. unter der Aufschrift, Da cl-iir ob-tcur, «leS j mo^ens «zui conäuitenr -tNN 5 lr
*) S.Hagedorns Anmerkungen S.6;r.