5 20 Hel
sec Art darf die Geschichte der Sprachenicht (ob es gleich öfterer geschehen ist)mit der Geschichte der Poesie eines Vol-kes verwechselt werden. Der Nähme alslein thut nichts de» der Sache. SolcherGesänge nun wird niannichfaltig gedacht.Wenn gleich diejenigen, welche Karl derGroße sammelte (S. Lj-ink. Vir. Lsr.Icä. c.VIII. §>Z4» und den?oeta 8sxoin Leidlichen» Lci ipc. ller. Krüns?. B. I.S. i6z) oder die, welche der fromme Lu-dcwig in seiner Jugend auswendig lernte(ItivAsii. äo Aeld. s.uci. kii, c. 15) inso fern nicht hieher gerechnet werden dürf-ten, als wenigstens ein Theil derselbenleicht noch heidnischen Ursprunges gewesensepn könnte: so verdienen diese Nachrich-ten davon doch in so fern in Erwägunggezogen zu werden, als sie beweisen, daßman in diesen Zeiten sich noch mit Dich-tungen in der Landessprache beschäftigte,Und Aufmerksamkeit darauf, oder Ge-schmack daran noch nicht verloren hatte.Auch läßt sich aus der Mühe, welche dieGeistlichkeit sich gab, sie, zum Theilc,auszurotten ( S. Lapirul. ?ranc. l.it>.VI. c. 19z. und käiricmar. im Lop. säkrorb^r. c. 14) mit einiger Wahrschein-lichkeit schließen, daß heidnischer Aber-glaube, und'mithin wohl auch etwas vonjenemWunderbaren der.romantische» Epo-pöe, welches durchaus orientalischen undarabischen Ursprunges sepn.soll, mit in sieeingewebt war. Doch, wenn auch dieseliicdcr auf keine Art, und eben so wenig,als, ans dem angeführten Grunde, die-jenigen, welche auf die Thaten dcsAlhoinin Deutschland gemacht worden sepn sollen(Paulus Oisc. äs Gelkis I.unAc?l>. 1-ib. l,c. 17) oder diejenigen, von welchen Auen-tin (^nnal Lojor. luii.I. S. 1; u. f. 25u. f. IW. II. S. izo. Ausg. von >627)spricht, hier in Anschlag gebracht wer-den dürften? so gehören doch wenig-stens diejenigen hieher, welche auf dieVorfahren Karl des Großen in den Lan-dessprachen geschrieben wurden. Daß esderen gab, sagt der, vorher schon ange-führte, im yten Jahrhundert lebendepvera ausdrücklich;
H e l
»—> — csrmino IVSAMS
Hsuäiliuz c^us avos cc proavoscelebriinr,?ipino5, Lsrolcis, Hiuäovicos etVlieciäciricusLc Lsrloinsnncis Hlockizricisnuees n ein r.
(Bey Lcibn. a. a. O. S. 161.) Und zu-gleich wissen wir, aus der angeführtenGeschichte dieses Kaisers selbst, daß der-gleichen Lieder auf verschiedene, darin vor-kommende Personen, als auf den GrafenOcll (Kap. XI. Bl, 4. b. in Schards AuSg.Frft. 1566. t.) und auf andre mehr(Kap. XX. Bl. 8. b>) so wie aus demMatth. Paris, u. a. m. daß ein alter Ge-sang auf den Roland vorhanden war, wel-cher, unter andern, von den Franzosenin der Schlacht bey Hostings, im 1.1066gesungen wurde. Haben wir selbst dochnoch einen Scblachtgcsang aus dem 9tcnJahrhundert übrig (in Schiltcrs 1ch.es.^iiri<z. leuron. Bd. 2. S. >6. so wie inI. Xäslzill, T^nnsi. keneäiöb. Bd. Z. S.6z;. und in ncuerm Deutsch, bs» Böd-mcrs Altenglischen Balloden, Zür. >780.S. 189.) der, so wenig poetisches Ver-dienst er haben mag, doch bcweißt, daßin den Landessprachen noch in diesem Zeit-puncte gedichtet wurde? Und, aus allendiesen wird es, meines Bcdünkens, nunhöchst wahrscheinlich, daß auch der Gc,schichte Karl des Großen, und mithinauch den, aus ihr später geflossenen Rit-tercpopöen, einheimische Productc zumGrunde liegen und daß die romantischeDichtcccy weder nach morgcnländischenWerken sich gebildet, noch mit lateini-schen eigentlichen Gedichten sich angcfan.gen hat. —- Ehe indessen noch, so vielmir wissen, aus dieser und aus der Ge-schichte der Britten, größere romamischeHeldengedichte in den Landessprachen ge-zogen wurden, waren deren bereits überdie Rrern;kge geschrieben worden, unddiese würden also, dem Zeitalter nach,die ersten seyn, Die Chronik von Vi-gilius (in des ladt». dävv. Kibl. bätcrpr.Bd. 2. S. 296.) welche bis zum JahreU84) geht, gedenkt derselben ausdrücklich
mit