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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
518
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den eigentlichen, spätem Ritteegedichtenin den Landessprachen, finden; und esentsteht also die Frage, welche Materia-lien Ihnen zum Grunde liegen? Aus wel-cher Quelle ihre Verfasser die, von ih-nen erzählten Begebenheiten geschöpft ha-haben? Mehrere einsichtige Litteratorcn(z. V. Falconct, in dcnlcäem. stel^coä.cles Inlcr. Bd. 7. derQuartausg.) habendie Mepnung gehegt, als ob auch dieseMaterialien Gedichte in lateinischer Spra.che gewesen wären, und als ob überhauptin den inehrstcn, und vielleicht allen Eu-ropäischen Ländern, mit der EinführungdeS Feudalsvstcms und der christlichen Re-ligion, alle Art von Dichterei), in denverschiedenen Landessprachen, aufgchörrhabe, und bis zu einem gewissen Zeit-puner nur in der lateinischen Sprache ge-trieben worden sc»; und diese Mepnunghat allerdings viel für sich. Das Feudal-system in den damahligcn Zeiten war, ohn-streitig, dem poetischen Geiste nicht sehrgünstig; und die christliche Religion selbst,eingeimpft auf die Sitten der Zeit, mußtevielleicht die Menschen Völlens abstumpfenund aller Sichtercy unfähig machen, DerRittcrstand war ohne alle Geistesbildung,und die übrigen Menschen waren Sclauen;der Mittelstand war noch nicht zum Da-ftpn gelangt. Die einzigen Personen al-so, welche Fähigkeiten und Antciebzu der-gleichen Beschäftigungen behalten konn-ten, waren die Mönche; und diesen lagNicht allein, der Gebrauch der lateinischenSprache unstreitig ncihex, als der Ge-brauch der Landessprachen, sondern zwi-schen den Dichtereyen von den Thaten derHelden dieser Zeit, und den Thaten undWundern, welche den Heiligen in denlateinischen Legenden und Lobgedichtenzu-gcschrieScn werden, findet sich auch eineauffallende Achnlicbkeit; und beyde ath»mcn gleichsam einerlcy Geist. Allein, ein-mahl ist uns die Quelle, aus welcher dieeine dieser Geschichten, die Qiftoria Sri-ronum geflossen ist, wenigstens aus Nach-richten bekannt. Ihr Verfasser will einähnliches Werk in der Landessprache vorsich gehabt haben; und wenn dieses sein

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Original gleich schon längst verloren ge-gangen, und das ^ was dafür ausgcgcbenwird, nichts als eine Ucbersctzung seinesWerkes selbst ist (S. Warton, a. a. S.Bd. z. S. Anw. v) so kann doch wohlnicht, wie unter andern H. Sprengel ins. Geschichte von Grosbritannien, Bd. >.S.9° u. f. mcpnt, Gottfrieds Werk auseinem', in der Folge vorkommenden ro,mantischen Gedicht des Wistacc gezogenworden scyn; denn dieses ist, nach deneigenen Worten seines Verfassers, erst imI. i>55 und also nach der Erscheinung derQiftor. Lrttonum geschrieben. Auch läßtes sich wohl nicht lclugncn, daß, so we-nig wir auch mit Gewishcit missen, diealten Welschen oder Walliser, dcrcn Tha-ten in dieser Geschichte vorkommen, ihreBarden hatten (S. Sprengels Gesch.von Grosbritt. Bd. i. S. zso); und daß,unter andern, .von Talicssic, Im 6tcnJahrh. Hcldenlicdcr geschrieben wordenft'nd, wovon sich noch llcbcrceste erhaltenhaben. (S. Lv. Lvsris Oiilorc. cie ljor-äis, S. 68 U. f. be» s. 8pocimen5 okrde?oetrz- ok rke snc. VVelitt Lsr-lies, Ovncl. 1764. 4.) Frcylich bcsweißt dieses gegen jene Mepnung nichts;die gedachten Heldenlieder, und der ersteStoff zu Gottfrieds Geschichte find unstrei-tig früher da. als das Christcnthum inWales eingeführt, gewesen; allein es be-weißt denn doch, daß den neuem Dichte-repcn in den Landessprachen micht durch-aus lateinische Dichtereyen zum Grundeliegen, oder zuvor gegangen sind. Undeben so zweifelhaft scheint es, zwcytens,daß auch da, wo das Feudalsystem, inVerbindung mit dem Christcnthum herrsch-te, und mit Einführung derselben, alleDichtere» in den Landessprachen hätte auf-hören sollen. Ulli Dichter zu seyn, brauchtes keiner eigentlichen Wissenschast; unddie christliche Religion stimmte auch nichtallenthalben gleich so ganz die Sitten undden Ton der Seele um, daß dichterischeBegeisterung unmöglich geworden wäre.Kriegerische Unternehmungen behieltennoch immer ihren Reiz, Und zugleichhlicbm von dem Ritterstandc selbst, eine

Menge