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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
513
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benden Falle, wir, die wir keine Römersind; wir wünschen auch in ihm, den Pa-trioten gleichsam dem Menschen unterge-ordnet zu sehe», weil er immer doch zu-erst Mensch ist. Nicht «stein diese Vor-stellung aber muß auf die Wirkung seinesWerks auf uns, sondern die erkünstelte-Begeisterung wird auch auf seine Darstel-lung selbst einen nicht günstigen Einflußhaben» und hat ihn auch wohl wirklichdarauf gehabt. Wenn Virgil schon indiesem Falle ist: so müssen die neuern Dich-ter sich noch weit mehr darin befinden.Nur Milton macht zum Theil hier eineAusnahme; und Hütte er den Fall unsererStammclrcrn mehr wie ein Unterliegender Vernunft brp dem Reize von Verfüh-rung, als diese Begebenheit von der theo-logischen Seite dargestellt: so würde dieThcilnchmung an derselben vielleicht nochallgemeiner, noch lebhafter sepn. In-dessen folgt doch hieraus, daß der epischeDichter, welcher die BcwcguugSgründezu den Handlungen seiner Personen, auseiner allgemein geglaubten Religion her-leitet, immer allgemeiner wirken muß,als wer sie aus Eroberungsgcist, Politik,angeerbten Rechten und dergleichen, vor-geblich erhabenen, Bewegungsgründenentstehen läßt, wofern nur nicht, wiez.B. imNosh, der Heid ein mehr leiden-der , als thcltigcr Held ist. Und zugleichsieht man, wie so irrig die mehrestenKunstrichtcr vorzüglich und zuerst von ihmverlangen, daß er durch die Thaten sei-ner Helden Bewunderung zu erwecken su-chen soll. Was gehn uns diese Thatenan, wenn sie nicht, durch ihren Ursprung,uns nahe gebracht werden? Nicht auf ih-nen, sondern auf diesen: ihrem Ursprünge,beruht unsre Thcilnehmung; und meinesBcdnnkens zieht Achill und Ulyß uns vielzu nahe, viel zu innig an sich, als daßwir sie blvs bewundern könnten. Auchverschaffen, meines Brdünkens, Begeben-heiten , welche aus eigentlicher Empfin-dung fließen, in sofern immer bessere, ge-nauer zusammen hängende Plane, alsalles, was dadurch an einander geknüpftist, inniger und natürlicher verbundenAweyter Theil.

scyn, oder doch zu scgn scheinen muß.Die Folge dieser Begebenheiten ist unSvon selbst anschaulich, und der Dichter derMühe überhoben, die Bewcgungsgründezu jeder einzeln anzugeben. — Dochnicht genug, daß die neucrn Begriffe vonGroße die Dichter gcnöthigt haben, denneuern Helden, bcp ihren Handlungen,Zwecke und Absichten bepzulegen, welcheunsre Theilnchmung daran schwächen, ver-hindern eben diese Begriffe auch denDichter, ihnen solche Thaten selbst zuzn,schreiben, als sich vollkommen zur An-schauung bringen, oder sie auf eine, je-dem, wenn nicht ganz mögliche, doch faß-liche Art thätig scyn zu lassen. Oer neuereHeld muß mehr, gleichsam mit scircnrGeiste, als mit seinem Körper handeln;es ist ganz unter seiner Würde, für sichganz allein, irgend ein kühnes, beschwer,lichcs Abenteuer zu unternehmen, odersein Leben, sein Oasepn, aus ganz eige-nem Antriebe, oder aus bloßem Hclden-muth, aufs Spiel zu setzen; cr theilt alleGefahren, in welche er kommen kann,nicht allein mit mehrere, sondern es ziemtihm auch nicht, sich, für seine Person,in die größten zu begeben, weil er fürdas Ganze, dem er vorsteht, sorgen, unddie Unternehmungen Anderer leiten soll.Aber dieses kann nur durch Anordnungen,und Befehle geschehen; und so viel Gei-steskräfte immer hiezu erforderlich, und soedel diese Bestimmung auch immer seiinmag; so ist sie denn doch cinmahl für denDichter, welcher,- vorzugsweise, Thatenund Begebenheiten darstellen soll, eben sowenig ergiebig, als, unter solchen Be-schränkungen , jene Geisteskräfte schwer,lich hinlänglich zu versinniichcn sind;und dann können zu wenig Menschen insolche Lagen kommen, als daß sie vielThcilnchmung zu erwecken fähig seynsollten.

Die Ritter - oder romantischeiLpopoe, welche die Hcldrnthaten dermitlcrn Zeiten in den Landessprachen be-singt, ist bcynahe die einzige Originaldicb-tung der Neuer», und ihre lLizenhci-ren so wohl als ihr Ursprung vcrdienrnK k daher