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Vckenncrn steht, beschränkt, oder aufeine eigene Art mobificirt werden müssen.Das, in dem bloßen Volksglauben ge-gründete neuere Wunderbare muß, beyjenem Tone, zu niedrig, zu unedel schei-nen, und wird, weil entfernt, aus derReligion selbst, wie das Wunderbare deralten Welt zu stießen, oder mit derselbenzusammen geschmolzen werde» zu können,von dieser zum Theil verworfen, und istauch wirklich nicht verträglich mit ihr.Die Mvthologie der Alten aber kann ebenso wenig noch den nöthigen Glauben ffn,den, als sie mit Gegenständen aus andernZeiten, odcr Begebenheiten von andernVölkern sich in schickliche Verbindungbringen läßt, und ist folglich nur Anspie-lungsweise zu gebrauchen. Die Verfasserdieser Hcldengcdichrc sind alsv größtentheilsgenöthigt gewesen, sich mit bloßen allego-rischen Wesen zn behclfen, und hierausist denn schon, so wohl in Ansehung derForm, als der Wirkung, ein Unterschiedzwischen ihnen und den Heldengedichtender alten Welt entstanden. Ein zweytcrUnterschied gründet sich daraus, daß, beyganz andern Verfassungen, und einer ganzandern Geistesbildung, die Helden in denersten lange nicht so viel Interesse zu er-wecken im Stande sind, als die Heldenin den letzten noch jetzt erwecken, und umdesto che bei) ihren Völkern erwecken muß-ten. Aus dem, allmählig immer größergewordenen Unterschiede, oder der allmähtlig entstandenen Absonderung der verschie-denen Stände der bürgerlichen Gesellschaftvon einander, und vielleicht auch aus denEigenheiten der christlichen Religion, hatfür die neuem Europäischen Völker, sichein ganz anderer Begriff von Größe, alsdie Alten haben konnten, bilden müssen;und diesem zu Folge haben die neuernHelden, weder durch solche Springfcdcrnin Bewegung gesetzt werden, noch solcheThaten verrichten können, als die Heldender Alten. Die Unternehmungen, welcheHomer besingt, sind nicht so wohl Wir-kung oder Folge weit absehender Plane,überlegter Entwürfe, kaltblütig ausge-dachter Vorsätze von Seiten seiner Pcrso-
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neu, als Unternehmungen, wie sie ausden, allen Menschen, zu allen Zeiten,eigenen Empfindungen zu entspringen ver-mögen. In der Jliade entwickelt sichAlles, aus der, dem individuellen Cha-ractcr des Achill, aus der ihm, als Mensch,zugefügten Beleidigung; und in der Odys-see AlleS, aus einer jedem Menschen ebenso sehr, als dcm lllpß, natürlichen Sehn-sucht nach Vaterland, nach Weib undKindern; und nur daraus entsteht, mei-nes Bcdünkens, unsre Theilnehmung anden Begebenheiten selbst, unsre Bereit-willigkeit, dem Helden allenthalben zufol-ge». Nicht diese Begebenheiten, son-dern die Quelle derselben, hält uns vcst.Schon bey dem Virgil verhält die Sachesich anders. Nur bey der Dido erscheintAeneaS als eigentlicher Mensch, und auchhier nicht mehr ganz, als solcher; derStifter des Reichs sticht schon durch; undHandlungen, welche aus einer, dem Mcn-schen überhaupt, so entfernt liegendenQuelle fließen, können diesen unmöglichniit sich fortreißen. Wer nicht mit demHelden selbst sympathisirt, sympathisierauch nicht mit den Handlungen desselben.Zwar kann die Schönheit der Darstellungnoch immer dem Werke Theilnehmungverschaffen; aber, auch die schönste Stucce-arbeit ersetzt nicht den Marmor; und manmuß schon Künstler, und bcynahe nichtsals Künstler, oder doch Kunstliebhaber,scyn, uni durch das, einem Fremden ge-hörige, Kunstwerk eben sosehr, eben so in-nig, als durch ein eigenes affieirt zu wer-den, ober mit dem Dichter und nicht mitseinem Helden, sich zu beschäftigen. Hie-zu kommt noch ein anderer Umstand; dieBegeisterung des Dichters wird, in sol.chen Fällen, uns immer, wehr odcr we-niger, und wenigstens dunkel, erkünsteltscheinen; wir glauben nicht, daß ihmThaten der Art in. Ernste so wichtig ha-ben seyn, daß sie ihm so sehr zu Herzenhaben gehen können, um darüber in Feuerund Flamme zu gcralhen; wir glauben,daß diese, durch Nebcnumständc, Neben-absichten, so heftig haben angeblasen wer-den müssen, wenigstens., in dem vorha-benden