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stand, den er besingt, völlig einge-nommen ist, so ist auch sein Tonüberaus pathetisch, feyerlich undetwas enthusiastisch "). Sein Aus-druk entfernt sich von dem gemeinenAusdruk durch stark und vollklingen-de Wörter! er findet Ausdrüke, diehöhere Begriffe von den Sachen ge-ben, als die gewöhnlichen. Er ver-meidet die gemeinen Vcrbindungs-wörtcr, besonders aber ganze, ausder gemeinen Sprache genommeneRedensarten. Seine Wortfügungist ebenfalls von der gewöhnlichenunterschieden. Und weil er alles,was er besingt, in seiner Einbil-dungskraft als gegenwärtig, undsehr umständlich vor sich sieht, so istes ganz natürlich, daß er viel mehrwählerische Beywörter braucht, alsder, welcher historisch erzählt. SeinTon hat auch darin etwas charakte-ristisches, daß er überall das Geprägder Empfindung annimmt, die er,oder die Personen, auf jeder Stellefühlen, Man erkennet schon an demTon, wenn er sanft gerührt, oderin aufschwellendem Affekt ist. Wodie Handlung ganz lebhast wird, daist er in völligem Affect, den mangleich aus seinem Ton erkennt. Woer in merkliche Begeisterung kömmt,da fällt er ins Abergläubische; dennstarke Leidenschaften haben insge-mein diese Würkung. Alsdann schei-nen ihm ohngefähre Zufälle von derWürkung höherer Mächte herzurüh-ren ; leblosen Wesen schreibet er Le-ben und Absichten zu. Was bcydem Geschichtschreiber Schwulst wä-re, kann ihm sehr natürlich seyn.Wo der Geschichtschreiber sagenwürde: „Es <,uf dem Punkt,daß der Streit überaus hitzig wer-den sollte; abcr dcrDonner, der vordem Wagen dcs Diomedes einschlug,trieb seine Pferde zurüke:" da sagtder Dichter in dem hohen enthusia-stischen Tone: „Damals würde eine*) S. Ton der Rede.
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erschrckliche Niederlage erfolgt seyn,wenn nicht der Vater der Götterund der Menschen sich ins Mittel ge-legt hätte. Schwerdonnernd schoßer seinen Blitz — u. s. f. *)/' Ueber-haupt erfodert der hohe und pathe-tische Ton der Epopöe auch einehohe und außerordentliche Sprache,welche durch die höchste Prosa kaumzu erreichen ist. Der Hexameter derGriechen scheinet dazu sich vorzüg-lich zu fchiken. Es verhält sich aberdamit, wie mit den Säulcnordnun-gcn, die nicht schlechterdings nachdem Model der Alten müssen ge-macht werden, aber desto schönersind, je näher sie mit jenen Musternübereinkommen. Also ist auch derHexameter dem Heldengedicht ebennicht wesentlich; aber kein andererVers hat die Vortheile desselben.
Dieses scheinet nun alles Wesent-liche der Epopöe zu seyn. Hat einGedicht dieses, so kann ihm der Na-me des Heldengedichts nicht versagtwerden, von was für einem In-halt, von welcher Form, Größeund Versart es übrigens seyn mag.Von der Ilias bis auf AddisonsSiegesgesang über MarlboroughsFcldzug, kann sie unzählige For-men annehmen. Ursprünglich warihr Inhalt vermuthlich blos kriege-risch; aber Homer hat durch dieOdyssee schon gezcigct, daß man vondiesem Stoff abgehen könne. Eini-ge Kunstrichtcr stehen in dcni Wahn,Homer habe die Form der Epopöefestgesetzt; aber Oßians Fingal istnicht nach dieser Form gebildet, unddennoch ein ächtes Heldengedicht.Wir wollen also von dem epischenDichter blos das Wesentliche fo-dern, und alles Ucbrigc seinem Ge-nie oder seiner Wahl überlassen.Wir wollen nicht schlechterdings ver-langen, daß er seine Handlung
durch
») S. U. viu.ff.