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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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düngen abgesehen war, und dabeyüberlegt, was für große Kraft dieMusik, und so gar das bloße Ge-räusch hat, die Empfindung zu un-tersinken, so wird man es ganzwahrscheinlich finden, daß die er-wähnten Erzählungen durch Musiknnrerstützt worden; da ohnedem auchdie rohesten Nationen alle ihre Fcyer-lichkeiren immer mit Musik begleiten.Daher ist denn das Metrische in derErzählung entstanden.

Hieraus laßt sich abnehmen, daßdie ersten Heldengedichte der Bardeneffektvolle Erzählungen einheimischerHeldenrhatcn gewesen, die bey öffent-lichen Versammlungen mehr abgesun-gen, als blos erzählt wurden; daßder Inhalt allemal schon bekannteThatcn gewesen, die nicht zum histo-rischen Andenken genau erzählt, son-dern zur Erwekung lebhafter Empfin-dungen und zur Einpflanzung starkerNarionalgesinnungen, auf das leb-hafteste geschildert worden. Alsokam es dabei) weniger auf eine leich-te Entwiklung des Fadens der Ge-schichte, als ans die Wahl der Din-ge an, die am stärksten auf die Em-pfindung würken. Vornehmlich abermußten die Hauptpersonen, die Hel-den des Gesanges, so vollkommenals möglich geschildert werden, daßjeder Zuhörer sie in ihren wichtigstenThatcy gleichsam vor sich zu sehenglaubte.

Der Barde konnte nur die einzigeHandlung oder Begebenheit, derenAndenken gcfeyert wurde, zum In-halt seines Gesanges nehmen; denndie Feste wurden nur zum Andenkensolcher cinzclcr Thatcn gcfeyert. Al-so waren diese Lieder nicht historischeGesänge, die eine Rcyhc verschiede-ner Begebenheiten enthielten; auchkonnten sie nicht sehr lang seyn, weilsie auf einmal mußten abgesungenwerden.

So viel läßt sich durch Muthmas-snngen vou der ursprünglichen Be-ckweiter Thoil.

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schaffenhcit der Heldenlieder ange-ben , aus denen hernach die Epopöe,oder das durch Kunst zur Vollkom-menheit gebrachte Heldengedicht, ent-standen ist.

Der Kunstrichter, der dem epischenDichter rächen will, muß auf denUrsprung und auf dieOriginalformdieser Dichtungsart zurüke sehen,damit er in seinen Urtheilen einenLeitfaden habe; sonst läuft er Ge-fahr ihn ohne Noch einzuschränkenund ihm Regeln als nothwcndigvorzuschreiben, die doch in der Na-tur dieses Gedichts nicht gegründetsind.

Was dieser Dichtungsart wesent-lich ist, läßt sich kurz zusammen fas-sen: Einheit Her Handlung; Wich-tigkeit und Größe derselben; die epi-sche von der historischen verschiedeneBehandlung; hervorstechende Schil-derungen der Hauptpersonen und ih-rer Thaten; ein sehr pathetischer,aber nicht völlig enthusiastischer Tondes Vortrags. Jedes Gedicht, dasdiese Eigenschaft hat, verdienet denNamen der Epopöe.

Die Einheit der Handlung ist eineFoderung, die auf die ursprünglicheBeschaffenheit dieses Gedichts ge-gründet ist, weil es dem feyerlichenAndenken einzeler Thatcn, oder ein-zelcr Begebenheiten gewidmet war.Es läßt sich vermuthcn, daß in denursprünglichen Heldengedichten dieHandlung sehr eingeschränkt gewesen,und nur etwa eine einzige Schlacht,oder gar ein einzeler Zweykampfepisch besungen worden. Da dasepische Gedicht hernach ein Werk derKunst geworden, bekam die Hand-lung zwar eine größereAusbehnung,aber die Einheit derselben mußte bey-bchalten werden, wenn das Gedichtnicht völlig ausarten sollte.

Man kann aber auch ohne Rück-sicht auf den Ursprung dicses Ge-dichts, die Nothwendigkeit der Ein-heit der Handlung behaupten. Der

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