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2 (1792) [E - J]
Entstehung
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der Epopöe, oder im Trauerspiel,immer durch die Heftigkeit der Lei-denschaften erschüttert werde? Undrühret die Großmuth und eine herr-schende Größe der Seele weniger,als Zorn, oder Wulh, oder Ver-zweiflung?

Aber so viel ist gewiß, daß es un-endlich schwerer ist einen vollkommentugendhaften Helden auf einer so in-teressanten Seire zu zeigen, als ei-nen durch heftige Leidenschaften auf-gebrachten; so wie ein Zeichner vielleichter den Ausbruch großer Leiden-schaften, als eine stille Größe derSeele ausdrüken kann.

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(*) Uebcr die so genannten vollkomme-nen Charaktere, welche H. S. zu denHelden in den Werken der Dichtkunst em-pfiehlt, ist i» den neuer» Zeiten sehr vielgeschrieben worden. Ausser dem, vonihm angeführten Shaftcsbury, handelndie Briefe über die neueste Litteratur,Bc. 6z. 66. i-z. >45- Ch. Garve, ins. Abhandlung über das Interessante (Ab-handl. kcipz. 1779. 8. S.42.) G. E.Hessing, in s. Dramaturgie, bcy Gele-genheit des Oidcrotschen Hausvaters, undan andern St. m. der Versuch überden Roman S. gs, u. a. m. davon, undvcrthcidigen, oder bestreiten sie. Auchfinden sich rn dem Werke des Helvetius,De I klprir, Dile. IV. ck. 15. Bd. Z.S. »17 u. f. Ausg. von 17;« vortrcflichc,hierauf anwendbare Bemerkungen. Asteskommt dabev, meines Bcbünkens, aufden Begriff von vollkommener Tugendan. Und vielleicht verträgt auch die eineForm von Dichtart, z. V. die erzählen-de, che als die dramatische, vollkommeneCharaetercZ Sonderbar aber müßte essey», wenn sie vorzüglich zu Helden taug-lich und doch zugleich, wie H. S. im Textesagt,schwerer aus einer interessantenSeite als heftig leidenschaftliche Heldenzu zeigen wären." Was die, von H. S.gewählten Bevspicle anbctrift: so sind sie,ebenfalls, nicht sehr glücklich gewählt.

Schwerlich dürfte Prometheus für einenvollkommen tugendhaften Tharacter gel-ten ; der unschuldig kerbende ist deswegennoch nicht vollkommen tugendhaft. Undeben so wenig scheint Lconidas hicfür ge-halten werden zu können. Wer kenntnicht die Verse daraus:

T'lrou roo, 0 käme» arrenäanr

on m/ lall,

^Virii evina« unvvesrieck Ikickl pro»

retk m/ comb,

Issor time luinlelt' s!wll violore in/prsile.

U. 1. v. 029.

Und so wie hier sich selbst, muntert er,im folgenden Buche, V. >58 u. f. seineGefährten mit der Rücksicht auf Nach-ruhm auf. Kann aber dieses, so wahr,so interessant es ist, vollkommen tugend-haft heißest?

S. übrigens die Art. Character, Sit-ten u. d. m.

Heldengedicht.

HUenn gleich dieser Name nach sei-ner eigentlichen Bedeutung nur dem-jenigen epischen Gedicht zukömmt,darin Heldenthatcn erzahlt werden,so kann er doch überhaupt von derganzen Gattung gebraucht werden,weil das wahre Heldengedicht dasvornehmste der Gattung ist, aus des-sen Nachahmung die andern Artender Epopöe entstanden sind.

Der Charakter des Heldengedichtsbesieht überhaupt darin, daß es ineinem feycrlichen Ton eine merkwür-dige Handlung, oder Begebenheit,umständlich erzählt, und das Merk-würdigste darin, es betreffe die Per-sonen, oder andre Sachen, aus-führlich schildert und gleichsam vorAugen legt.

Man kann sich den natürlichen Ur-sprung und den wahren Charakterdieses Gedichts am leichtesten vor-stellen , wenn man aus das Achtung

gicbt,