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Die gute oder schlechte Bauart ge-meiner Wohnhäuser in einer Stadtkann einen merklichen Einfluß aufden Charakter und die Denkungsartder Einwohner haben, und das,was wir im Artikel Baukunft über-haupt angemerkt haben, kann aufdie Wohnhäuser insbesondere ange-wendet werden. Es ist nicht unterder Würde eines Rcgcnren dafür zusorgen, daß auch der gemeine Mannordentlich und bequem wohne, undvon außen, wenn er durch die Stras-sen geht, nichts sehe, das einen of-fenbaren Mangel an Ueberlegunganzeige, oder das die Vorstellungenvon Unordnung und Unverstand sogeläufig mache, daß man sich, weilsie gar zu oft vorkommen, zuletztdaran gewohne, und sie nicht mehrbeleidigend finde.
Die von der Bauart der Wohnhäuserhandelnden Werke sind, Hey dem Art.Baukunst, zu finden. —
Held.
(Dichtkunst.)
Aie Hauptperson des Heldenge-dichts, wie Achilles in der Ilias,Ulysses in der Odyssee, Acncas inder Acneis. Man braucht aber das-selbe Wort etwas uneigcntlich auchvon der Hauptperson im Drama.Der Held ist also der, welcher in derHandlung die Hauptrolle hat, aufden das meiste ankommt und der al-les belebt, der sowol an der Hand-lung, als am Ausgang derselben dasgrößte Interesse hat.
Darum muß der Held des Stükseine wichtige Person seyn, deren Ge-müthscharakter sich auf eine merk,würdige Art äußert; und damit dieAufmerksamkeit gleich vom Anfangdes Gedichts gereizt werde, ist esgut, wenn er eine in der Geschichteberühmte Person ist, von deren Cha-
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rakter uns die Hauptzüge schon be-kannt genug sind. Ware diesesnicht, so würde der Dichter Mühehaben, ihn gleich vom Anfang indem gehörigen Lichte zu zeigen. Ei-nige Kunstlichter haben anmerkenwollen, daß vollkommen tugendhaf-te Personen sich nicht schikcn, Hel-den der Epopöe oder des Drama zuseyn. Lord Ghaftevbur)? behauptetso gar, daß ein solcher Held für diePoesie das größte Ungeheuer wäre*).Man muß sich aber durch das Anse-hen dieses scharfsinnigen Mannesnicht verführen lassen. Warum soll-te der sterbende Sokrates (und woist wol jemals ein vollkommnererMann, als dieser gewesen!) als Helddes Trauerspiels eine ungeheure Fi-gur machen? Und wem ist Leoni-das in Slewers Epopöe, oder Co-drus in dem Trauerspiel des K>o»negks, als ein Ungeheuer vorgekom-men? Oder wer wird sagen dürfen,daß der Prometheus beym Aeschyluseine abgeschmakte Person sey? Füreinen so feinen Kenner, als der Lordunstreitig war, war es nicht genugüberlegt, zu behaupten, Homer ha-be aus Wahl und gutem Vorbedachtseine Helden nicht ganz tugendhaftgemacht. Denn an das, was un-sre Moralisten Tugend nennen, hatHomer gewiß nicht gcdachit, folglichkonnte er auch nicht aus Ueberlegungdie vollkommene Tugend werworfenhaben.
Scneka hat den kühnen Gedankengehabt, daß ein vollkommen tugend-hafter, dabey standhaft leidenderMann, selbst für die Götter ein er-habener Gegenstand sey Wenn die-ses auch übertrieben ist, so könnendoch Menschen einen solchen Manngroß und interessant finden, und alsoein großes Vergnügen daran haben,ihn handeln zu sehen. Ist es denneben so nothwcndjg, daß man in
der
') Llukralicerilliki r. III. S. Zii».