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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
492
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4g2 Hau

außer seinem eigentlichen Wohnzim-mer mehr oder weniger andre Zim-mer Hadem und dieselben müssen vondrnZimmcön der Frauen des Hausesentweder abgesondert, oder mit den-selben verbunden seyn. Auf gleicheWeift muß er jeden besondern Um-stand aus dem, was dem Stand undder Lebensart des Eigenthümers zu-kömmt, genau überlegen. Wenn ernicht auf einmal alles, was dazugehört, deutlich vor Augen hat, soist es nicht möglich den künftigen Be-wohnern des Dauses alle Bequem-lichkeiten zu veischaffen. Denn derBaumeister, der sich blos überhauptvorsetzt, ein gutes Haus von einergewissen Anzahl Zimmern zu bauen,und ocm Besitzer hernach zu über-lassen, wie er sich darin einrichtenwill, wird nie etwas vollkommenesherausbringen. Die Einrichtungmuß vorher genau auf die Umständeund die Bedürfnisse der künftigenBewohner desselben abgepaßt wer-den, und bey der ersten Anlage,muß bey jedem einzeln Thcilc derkünftige Gebrauch desselben schonausgemacht seyn- Zum wenigstenist dieses die einzige Art etwas Voll-kommenes zu machen. Darum mußein Baumelster nicht blos das, wasseine» Kunst eigen ist, verstehen, son-dern üderhaupr ein Mann von Ver-stand und reifer Bcurthcilung seyn,der zugleich die Welt und die Lebens-art aller Menschen, von welchemStande sie seyn, genau kennet.Ein unverständiger, oder ein leicht-sinniger und ausschweifender Bau-meister kann Gelegenheit zu mancherUnordnung in der Lebensart geben,und ein ganz vernünftiger hingegenkann viel zu einer vernünftigen undordentlichen Lebensart bcytragen.Es gehört also mehr dazu, als dieSaulcnordnnngen. oder eine rcgel-n aßige Haßade zeichnen zu können.

Wo es irgend ang dt, so thutman wol, wenn die.Hauser, deren

Hau

künftige Besitzer ihres Vermögenshalber auf die vornehmsten Gemäch-lichkeiten des Lebens sehen, so ange-legt werden, daß der erste Bodenz bis 4 Fuß über die Erde zu liegenkommt, wodurch man, außer gutenhellen Kellern, schöne halb unterir-dische Kammern und Küchen zumGebrauch der Hauswirthschaft be-kömmt.

Die Tiefe solcher Häuser wird ambesten von 48 bis 56 Fuß genom-men, damit die Hauptzimmcr eineansehnliche Tiefe bekommen, und inandern Zimmern Alcoven, und woLicht von den Seiten zu haben ist,kleine Kammern für Bediente, dieman zur Haud haben will, und fürandre Bequemlichkeiten, können an-gebracht werden. Auch gicbt diesesin etwas großen Häusern zu Neben-treppen die schönste Gelegenheit.Die meisten ncuern Häuser in Ber-ti» haben den Fehler, daß sie nichttief genug sind, indem sie nur 44bis 4; Fuß haben, einige gar nochweniger.

Häuser, die nur für eine Familiegebauet werden, und dabey eine hin-längliche Breite haben, bekommendas beste Ansehen, wenn sie einenhohen Fuß von 5 bis 6 Schuhen,hernach eine Ordnung von Pilastcrnoder Säulen, mit einem Hauptstoßund einer Attique darüber haben.

Bey der merklichen Erhöhung desuntersten Bodens über der Erde zei-get sich oft die Schwierigkeit wegender Einfahrt durch das Haus inden Hof. Denn wo man nicht etwaeine Seite frey hat, an welcher dieDurchfahrt kann angelegt werden,so bleibt kein anderes Mittel übrig,als dieselbe auf der rechten oder lin-ken Seite der Faßade anzubringen,wodurch aber meistentheils sehr ge-gen die Symmetrie angestoßen wird,wie man in Berlin sehr häufig sehenkann.

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