Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
491
Einzelbild herunterladen
 

Hau

Zügeln der Modulation entstanden,insonderheit diejenigen, die bestim-men, wie lange man sich in jedemTon, dahin man ausgewichen ist,nach dem Grade seiner Verwandt-schaft mit dein Hauptton, aufhaltenkönne, und diejenigen, welche dasAusweichen aus Nebcutönen betref-fen , welche Regeln au einem andernOrte angezeigt worden sind *).

Es geschieht zwar bisweilen inganz langen Stuten, daß man ei-nen Ton, in welchen man von demHauptton ausgewichen ist, auch wie-der als den Hauptton ansieht; unddurch dieses Mittel kann man schnellauf sehr entfernte Tone kommen,wie an einem andern Ort deutlichgezeiget wird *"). Dieses geschiehtaber nur auf eine kurze Zeit undgleichsam im Vorbeygehen. Wennman also von der Modulation dieRegel antrifft, daß in gewissen Fal-len ein Ncbcnton an die Stelle desHaupttones soll gesetzt werden, so istdieses nicht so zu verstehen, alswenn man nun von diesem Ton ausdie Modulation eben so wieder aus-führen solle, wie es von dem Haupt-ton aus geschehen ist; sondern dieseRegel dienet blos dazu, daß manden Weg finde, schnell auf Harmo-nien zu kommen, die dem Haupttonvöllig fremd sind. Dabey aber hatman immer die Vorsicht nöthig, daßman eben so schnell von solchen frem-den Harmonien wieder gegen den.Hauptton zurüke kehre.

Haus.

Ein Gebäude, welches zur Woh-nung einer Privatfamilic bestimmtist, und insgemein ein lwohnhausgencnnt wird. Es ist von demPal-last darin unterschieden, daß»es klei-ner, weniger prachtig ist, und kei-nes besonder» Charakters bedarf.

') S.Art. Ausweichung ITH. S.-Z;.f.

") S. Art. Modulation.

Hau 491

Diejenigen, die über die Baukunstschreiben» versäumen insgemein ammeisten, von dem Bau guter Wohn-hauser nöthigen Unterricht zu geben,indem sie hauptfachlich ihr Augen-merk auf Pallaste und öffentliche Ge-bäude richten. Wir wollen einemangehenden Baumeister durch diehier zu machenden Anmerkungen Ge-legenheit geben, seine Aufmerksam-keit zu vollkommener Einrichtungder Wohnhäuser zu schärfen.

Damit er die Bequemlichkeit, An-nehmlichkeit und das gute Aussehendes Hauses zugleich erreiche, mußer allemal folgende Dinge in reifeUcberlcgung nehmen. Zuerst denStand und die Lebensart dessen, derbauen will; weil die Erfindung undAnordnung des Haufes lediglich da-von abhängt. 'Bey dieser Ueberle-gung setze er fest, wie viel Platz jedeElaste der Bewohner des Hauses nö-thig hat: der Herr des Hauses, sei-ne Gemahlin, seine Kinder, die Be-dienten des Hauses. Dieses bestimmtalso die Menge und Größe der Zim-mer. Ferner muß ihm die Erwä-gung oben gedachter Umstände dieRichtschnur zur Anordnung oder Ver-thcilung der Zimmer an die Hand ge-ben ; denn aus dem Znstand der Fa-milie muß er beurthcilcn, wie ferndie Absonderung oder nähere Verbin-dung der Zimmer nothwendig ist.Wo z.E. viel Bediente in einem Hausesind, die unter der Aufsicht einesHaushofmeisters stehen, da werdendie Wohnungen derselben abgeson-dert; und für wenig Bediente, dieder Herrschaft beständig zur Handseyn müssen, werden einige kleineZimmer nahe an den herrschaftlichenangelegt. Sind in dem Hanse nurwenige cinzele Bediente unter der un-mittelbaren Aufsicht der Herrschaft,so crfodert dieses schon eine andreEinrichtung. Ebenso muß der Herrdes Hauses, nach Beschaffenheit sei-ner Geschäfte oder seiner Lebensart,

außer