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2 (1792) [E - J]
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neu Einschnitte oder Ruhepunkte, ge-nau mitdcrVcrsart übereinstimmen,welches oft nicht geringe Schwierig-keiten macht.

Man sieht hieraus, daß außerdem natürlichen Genie viel Gcschmak,Kunst und Erfahrung zur Erfindungund Behandlung des Hauptsatzes cr-fodcrt werde. Es ist dcßwegcn eingroßer Mangel in der Theorie derMusik, daß mau so gar wenig überdiese wichtige Materie angemerktfindet. Man muß darum auch hier-in, wie in verschiedenen andern Din-gen, dem guten Mattheson Dank wif-ftn, daß er darüber wenigstens einenVersuch gemacht hat *); ob er gleichnicht der Mann war, diese Materienach Verdienst abzuhandeln. Eswürde von großem Nutzen seyn,wenn ein feiner Kenner aus den Ton-siükcn der größten Meister die schön-sten Hauptsatze aufsuchen, und darindas, was der Kunst und dem Gc-schmak zugehört, anzeigen und ent-wikeln würde. Denn in Sachen,worüber man keine bestimmte Regelngeben kann, dienen vollkommene Bey-spielc anstatt der Regeln.

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(S) Zu diesem Artikel gehört: die Sitzeder musikalischen Hauptsätze in einer har-ten und weichen Tonart, und wie mandamit fortschreitet und ausweichet, in zwoTabellen entworfen, erklärt, und mitErcmpeln erläutert von G. Frdr. Lingke,keipz. 1766. 4.

Haupttot!.

(Musik.)

Ist in langern Ton sinken, in wel-chen der Gesang durch verschiedene

') In seinem vollkommenen Capcllmei-ster. wo er im >1 Thcil in einem eige-nen Abschnitt von der melodischen Er-findung handelt. Man wird darin un-ter viel pedantischem Zeug manchesehr gute und auch einige wichtige An-merkungen antreffen.

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Töne hindurch geführt wird, der-jenige Ton, der vorzüglich darinherrscht, und in welchem das Stükanfängt und sich auch endiget. Esist anderswo *) gczciget worden,daß jeder Ton seinen Charakter ha-be , und daß ein geübter Setzer nachdem Affekt oder nach dem Charakter,den das Stük haben soll, den Tonwählen müsse, der sich dazu amvorzüglichsten schiket.

Von diesem Hauptton muß dasGehör gleich anfangs eingenommenwerden, und erst, wenn dieses ge-schehe!? ist, wird der Gesang durcheine gute Modulation allmahlig inandre Töne herüber geführt, dieman Ncbeiitöiic nennen kann, zu-letzt aber wieder in den Haupttonzurükgedracht, in welchem das ganzeStük geschlossen wird.

Es ist eine nothwendigc Regel derguten Modulation, daß der Haupt-ton nicht ganz ans dem Gehör kom-me, oder, wenn es geschieht, daßdas Gefühl desselben von Zeit znZeit wieder erneuert werde. Dennda ein Tonstük durchaus denselbenCharakter behalten muß, zu dessenBezeichnung der Hauptton das Sci-nigc beitragt, so könnte diese Ein-heit des Charakters nicht erhaltenwerden, wenn dieser Ton aus demGehör ganz ausgelöscht würde. Manmag also in der Modulation aus--schweifen, so weit man will, so mußman immer von Zeit zu Zeit denHauptton wieder berühren, damitbey der Mannigfaltigkeit, die durchdie Modulation entsieht, die Einheitbeybehalten werde. Wollte man einStük so setzen, daß man sich in je--'dem neuen Ton, dahin man ausge-wichen ist, eben so lange aufhielte/als anfanglich in dem Hauptton ge-schehen ist, so würde eigentlich dasganze Stük gar keinen Haupttonhaben. Daher sind die vornehmsten

Regeln

») S.Ton.