Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
484
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len, welche die Länge der HeydenEayten des Intervalls anzeigen,durch einander, nimmt die heraus-kommende Zahl doppelt, und divi-dirct dieselbe durch die Summe derHeyden Zahlen; was dadurch her-auskommt, ist die Länge der Mitt-lern Sayte.

Will man die Octave als - c har-monisch theilen, so mulriplicire mandie Zahl der langern Sayte L, oder 2,durch die Zahl der kürzcrnc, oder 1.Das Produkt 2 nehme man doppelt,das ist 4. Dieses dividire mandurch die Summe der beyden Zah-len 2; 1, oder durch z: so bekommtman § oder >5; und dieses ist dieLänge der Sayte, deren Ton dasharmonische Mittel zwischen zwey umeine Octave aus einander stehendenTonen ausmacht. Die drcy Zahlen

L. >5, l

oder 6, 4, z, machen eine

harmonische Progression aus, unddie mittlere Sayte macht gegen dietiefere eine Quinte und gegen diehöhere eine Quarte.

Hieraus ficht man, wie es zu ver-stehen sey, wenn die ältern Tonleh-rer sagen, die harmonische Theilungder Octave gebe die Quinte untenund die Quarte oben. Nämlich derdazwischen gesetzte Ton ist die Quintedes untern, und der obere oder hö-here Ton macht gegen den dazwischengesetzten eine Quarte.

Theilt man die Quinte harmo-nisch , in welcher die untere Sayte z,die obere 2, so bekommt man für diemittlereoder 2^; welches gegendie untere Sayte eine große Terzausmacht, da die obere gegen denneuen Ton die kleine Terz macht.Theilet man die große Terz harmo-nisch, welches geschieht, wenn manzwischen 5 und 4 die harmonischeMnrelzahl oder 4^ nimmt, so be-kommt man durch das Intervall desgroßen Tones H, und oben das In-tervall des kleinen

Es läßt sich hieraus muthmaßen,daß die in dem heurigen diatonischenSystem vorkommenden Intervalledes großen und kleinen Tones, dergroßen und der kleinen Terz, ausdieser Theilung der Intervalle indas System gekommen seyen. Die-se beyden Terzen waren den-Altenunbekannt.

Harpeggio.

(Musik.)

So nennt man das Anschlagen derHarmonie oder des Accords, wenndie dazu gehörigen Töne nicht zu-gleich, sondern nach einander, aberdoch schnell hinter einander angege-ben werden. Es ist ohne Zweifelvon den Gcigcninstrumenlcn entstan-den, obgleich der Name anzuzeigenscheinet, daß es seinen Ursprung vonder Harpfe habe.

Auf einem Gcigeninsirument kannman nicht wol mehr, als zwey Tönezugleich hören lassen. Wenn alsoeineBaßgeigcnicht blosden Baßron,sondern die ganze Harmonie zur Be-gleitung angeben soll, so muß sie esdurch Harpcggiren rhun.

Da man gefunden hat, daß dasHarpeggio bisweilen von angeneh-mer Würkung ist, so hat man esauch da, wo es nicht nothwcndigwäre, nämlich auf dem Clavier undOrgeln eingeführt. Es kann auchda, wo die Harmonie nicht deutlichgenug ftyn möchte, von guter Wür-kung scyn. Aber durch das unzci-tige Harpcggiren kann auch die Me-lodie verdunkelt werden. Der Be-gleiter muß sehr genau darauf Achthaben, daß er der Melodie von ihrerhervorstechenden Kraft nichts beneh-me; also kann er diese Manier nurda anbringen, wo die Harmonie dievorzüglichste Würkung hat. Manmacht auch ganze Stüke, oder dochlange Passagen harpcggircnd. Ei-nige nennen sie -Harpcggiatnrcn.

Davon