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auf die Behandlung der Farben ztt-rüke bleiben könnte.
DcrMahlcr muß aber eben so gutwissen die Harmonie zu unterbre-chen; dcnndadurch erhalt er die voll-kommene Haltung. Was sich noth-wcndig von dem Grund ablösenmuß, kann nicht ganz mit ihm har-nioniren. Ein Baum auf dem Vor-grund einer Landschaft thut ebendadurch seine Würkung, daß er ge-gen die Luft und gegen den hinternGrund gehörig abwicht- Also mußman nicht immer auf die höchsteHarmonie arbeiten, weil sie oft dasGanze unkräftig machen würde.
Auch in der Zeichnung muß Har-monie seyn. Die Vermeidung desEkigten und Spitzigen in den Umris.sen, das Schlangelnde und Wellen-förmige darin, macht eigentlich dieFormen sanft und harmonisch.Mengs sagt von Corrcggio, daß eralle Ekcn vermieden und seine Um-risse schlangelnd gemacht habe, unddaß dieses vom Gefühl der Harmo-nie hergekommen sei). In den mei-sten antiken Formen zeiget sich die-ses ebenfalls. Aber es ist nicht sozu verstehen, als wem, jeder Umrißden höchsten Grad des Sanften undWeichen haben müßte; denn dieseswürde oft dem Ganzen die Kraftbenehmen. Der Grad des Harmo-nischen in den Umrissen muß demCharakter der Gegenstände selbst an-gemessen seyn. Die weibliche Ge-stalt crfodert eine vollkommnere Har-monie, als die männliche, und ei-nen ähnlichen Unterschied muß derZeichner in jeder Art der Formen zubeobachten wissen.
Noch ist eine andre Harmonie derZeichnung so nothwendig, daß sienie kann übertrieben werden, weil sieallezeit den höchsten Grad habensollte. Dieses ist die Harmonie derThcile, in so fern sie zum Charakterder Dinge gehören- Was diesessagen wolle, kann am deutlichsten
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am Portrait erklart werden. DerCharakter einer Person zeiget sichnicht blos im Gesichte, sondern auchin der ganzen Haltung und Bewe-gung des Körpers; und iin Gesichtezeiget er sich in allen Thcilcn zu-gleich. Der Mund lacht nicht al-lein, sondern auch die Augen, dieStirn und die Nase lachen; jederThcil nach seiner Art. Die Ucber-cinstimmung oder Hgrmonie derTheile zum Ausdruk ein und eben des-selben Charakters ist ein höchst wich-tiger Thcil der Zeichnung. DerPortraitmahler würde ein seltsamesWerk machen, wenn er bei) einemSitzen die Augen, bey einem an-dern die Nase, und bey einem drit-ten den Mund mahlen wollte, diePerson aber, die er mahlt, ben je-dem Sitzen in einem besonder» Ge-müthszustand wäre; da würde dieHarmonie der Zeichnung ganz weg-fallen und das Werk müßte nothwen-dig schlecht werden.
Ans einem ähnlichen Grunde mußes der Harmonie der Zeichnungschädlich seyn, wenn der Künstlersein Werk nicht in einerlei) Gemüths-vcrfassung zeichnet. Wenn er ein-mal verdrüßlich und ein andermalfröhlich ist, so wird er auch in Hey-den Fallen seinem Werk einen An-strich seiner Laune geben. Also die-net es sehr zur Harmonie der Zeich-nung , wenn sie in einem Feuer undin einer Gemüthsfassung durchausvollendet wird.
Die Harmonie der Rede wirdim Artikel rvolklang in Betrachtunggezogen werden.
Von der Harmonie in Ser!1?ahle-re)? handeln, unter inchrcrn, de PileSim -oten Kap. des stcn Thcilö der Kle-mens (le Peine. S. 4 >I. A. Ausgabe von17Ü7. und in der Zte» Lvnvci-k tue I»keinr. S. >51. In dem keeueil llc äive.
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