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den Grad der Würkung oder derRührung des Auges Hube, der ihrzukommt, ist das meiste gelegen.In jedem Gemähide ist etwas dasWesentliche; dahin muß das Augegezogen werden. Also müssen diewesentlichen Thcile durch ihre Farbein dem Maaß hervorstechen, daß dasAuge zuerst darauf geleitet werde.Aber es muß dabcy nicht stehenbleiben; darum müssen die andernThcile in der Farbe nicht schnell ab-fallen, daß das Auge gleichsam ei-nen Sprung darauf zu thun hatte,sondern all.nählig durch sanfte Ab-änderungen in der Empfindung, wodas Mittel zum Uebergang von dereinen zur andern noch empfindbar ist.Man kann in einer Masse sehr wider-streitende Farben anbringen; abersie müssen nicht neben einander ste-hen; sondern nach dem Grad desDissonirens derselben müssen mehroder weniger Mittclfarbcn, als Ver-bindungen dazwischen gesetzt seyn.Es würde unerträglich seyn, wennman uns in der Musik von der leb-haftesten Freude plötzlich in finstereTraurigkeit führen wollte: wenn die-se Abwechslung gefällig seyn soll,so muß die Freude allmählig in dievermischte Empfindung eines zärt-lichen Vergnügens hernbcrgelcnktwerden, von welcher man wieder all-mahlig in sanfte, und endlich instrengere Traurigkeit geleitet werdenkann, ohne irgendwo eine schnelleVeränderung zu empfinden. Aufeine ahnliche Weife muß der MahlcrLocalfarben von sehr ungleichartigerWürkung durch alle sich dazwischenschikende Farben zu verbinden wissen,ohne die Harmonie zu verletzen.
Hicbcy kämmt das meiste auf dieFeinheit seiner Empfindung an.Sein Auge muß, wie das Auge ei-nes Correggio, von sybaririseherZärtlichkeit seyn, das auch von demgeringsten Mißlaut der Farben be-leidiget wird. Aus der mehr oder
Zweiter Tbeil.
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weniger vollkommenen Harmonie inden Werken des Mahlers laßt sichbeynahe sein Gcmüthscharaktcr be-stimmen. Wer vorzüglich das Stren-ge, das stark auffallende liebt, derwird es in diesem Thcile der Kunstnicht hoch bringen; aber weichezärtliche Seelen, die von der gering-sten Kleinigkeit gerührt werden, sindaufgelegt, die größte Harmonie zuerreichen.
Von Licht und Schatten hangt eingroßer Theil derHarmonie ab: dennschon dadurch allein kann ein Ge-mahlde Harmonie bekommen. Diehöchste Einheit der Masse, oder diehöchste Harmonie findet sich nur aufder Kugel, die von einem einzigenLichte beleuchtet wird. Das höchsteLicht falltaufeincn Punkt, und von daaus, als dem Mittelpunkt, nimmt esallmahlig durch völlig zusammenhan-gende Grade bis zum stärksten Schat-ten ab. Dieses ist das Muster, andem sich der Mahler halten muß,um die vollkommene Harmonie inLicht und Schatten zu erreichen.
Doch ist dieses nur von einzelenMassen zu verstehen; denn wo dasGemähldc aus mehrern besteht, dakann die Harmonie den höchstenGrad nicht haben, weil sich die ver-schiedenen Gruppen von einanderabsondern müssen. In diesem Fallehat der Mahler größere Arbeit. Ermuß in jeder Gruppe besonders,nach dem Grad der Stärke des ihrzukommenden Lichts, auf die höchsteEinheit oder Harmonie der Gruppearbeiten, und noch überdem jederNcbcngruppe den Grad des Lichtsgeben, der sie mit der Hauptgruppeauf das richtigste verbindet. Diesesallein crfodcrt schon ein langes Stu-dium. Der angehende Mahler kannsich dieses dadurch erleichtern, daßer eine Zeitlang nur einfarbig odergrau in grau arbeitet. Allzulangeaber muß er sich dabey auch nichtverweilen, weil er sonst in Absicht
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