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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
470
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47^ Har

und itzt fühlen sie, baß sie selbst ver-achtet und erniedrigt sind.

Im Grnnde thnt der Harlekin aufder Schaubühne nichts anders, alswas Lucian und Swifft in ihrenSpottschriften thun, wo sie oftden eigentlichen Charakter des Har.lekins annehmen. Es giebt also ge-wisse Comödicn, wo er die wichtigstePerson ist. Dieses haben auch dieconiischen Dichter gefühlt, denen erzu niedrig war. Sic haben an fei-ner Stelle Bediente gebraucht, de-nen sie seine Verrichtung aufgetra-gen haben Im Grunde aber sindsolche Bediente Harlekine in Livereyeingekleidet, und da wo sie nöthigsind, würde der Harlekin selbst im-mer noch fchiklicher seyn. Aber frey-lich erfodert die Behandlung dessel-ben einen völligen Meister der Kunst.Es ist schwer ihn da, wo er die wich-tigsten Dienste thun kann, natürlichanzubringen: und dann kann nurein zum Spotten aufgelegter Geistihn völlig nutzen. Unter allen Ta-lenten aber scheinet der achte Spöt-tergeist der seltenste zu seyn *). Einwitziger Kopf hat vor einigenIabren eine mit viel Geist geschrie-bene Vcrtheidigung des Harlekinsherausgegeben, die man mit Vergnü-gen ließt f).

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(*) Die, vsnH. S, erwähnte Schrift,Harlekin, oder Vertheidlgung des Gro<tcSke-Komischen 1761. 8. von Justus Mo-ser, ist Bremen 1777. 8. neu gedruckt,und ins Englische, Lond. 1766. 8. über-setzt worden. -- Einige Bemerkungenüber den Harlekin finden sich in G. E.Hessings Dramaturgie;. und Beyträgezur Geschichte desselben, in C. F. Flü-gels Geschichte des Groteske-Komischen,biegnitz 1788. 8- »crgl. mit dem Art.Co-

') S. Lächerlich; Spott.

Herr Nöscr in Osnabrük.

st) Ha: lekin, oder Vcrtheidigung des Gro-

H a r

mödie S. ;s7- und den daselbst ange-führten Schriftstellern, so wie, cbend.S. 561 u. f.

Harmonie-

(Musik.)

Dieses Wort kommt in der heuti-gen Musik in mehr als einem Sinnevor. i. Bedeutet es die Vereini-gung vieler zugleich angeschlagenenTone in einen einzigen Hauptklang,das ist, den Klang eines Accords.Wenn man sagt, daß zu einer gewis-sen Baßnote diese oder jene Harmo-nie gehöre, so nennt man die obernoder höhern Töne, die zugleich mitdem Baßton müssen angeschlagenwerden. In diesem Sinne wird dasWort auch genommen, wenn manvon enger und zerstreueterHarmoniesprichtund auch in diesem Sinnesagt man von einem in der Melodievorkommenden Ton, er gehöre zudieser oder jener Harmonie, welchesso viel sagen will, als zu diesem oderjenem Accord.

2. Versteht man durch dieses Wortdie Beschaffenheit eines Tonstäks, inso fern es als eine Folge von Accor-den angesehen wird. Man sagt voneinem Tonstük, es sey in der Har-monie gut oder rein, wenn die Re-geln von der Zusammensetzung undFolge der Accorde darin gut beob-achtet sind. In diesem Sinne wirdalso die Harmonie eines Stüks derMelodie entgegen gesetzt. Also istdiese Harmonie nichts anders, alsder Wolklang oder die. gute Zusam-mensiimmung aller Stimmen desTonstüks. Man sagt von eineinTonsetzer, er verstehe die Harmonie,wenn er einen vielstimmigen Gesangin Absicht auf die gute Vereinigungder Stimmen, der guten Fortschrei-tung der Accorde und der Modula-tion, richtig zu setzen weiß. In die-sem