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2 (1792) [E - J]
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Es ist anderswo *) angemerkt wor-den, daß die redenden Künste ihreVorstellungen eben so gruppiren müs-sen, wie es die zeichnenden Künstethun, und so sind diese beyden Zwei-ge der Kunst auch in Absicht auf dieHaltung der Dinge dcnsclbigen Re-geln unterworfen. Auch wird siedurch eincrley Mittel erreicht. Daßnahe Gegenstande genau ausgezeich-net, und im Colorit ausführlichbearbeitet, entfernte aber nur imGanzen angezeiget und nur schwachausgewählt werden, hat auch inden redenden Künsten statt. Mankann auch durch die Ausführlichkeit,die uns die kleinesten Theile sehenlaßt, einen Gegenstand nahe brin-gen , und durch blos allgemeine An-deutung andre vom Auge entfernen.Dieses hat Homer überall auf dasgenaueste beobachtet. In jedem ein-zelen Gcmahlde sehen wir die Haupt-personen dichte vor uns stehen, wirhören sie reden, unterscheiden gleich-sam den ihnen eigenen Ton der Stim-me, sehen jedes Einzele in ihren Ge-sichtszügen, und auch in ihrer Rü-stung, da andre so weit aus dem Ge-sichte weggcrükt sind, daß wir nichtseinzeln darin unterscheiden.

Von der Haltung in ästhetischen Wer.ken überhaupt, f. Marc. Herz Versuchüber den Geschmack, und die Ursachen sei-ner Verschiedenheit, S. z« u> f. der Ausg.von >790. Von der Haltung in OerLNaftlcrc)?, (welche die Italiener undFranzosen, so wie die übrigen Völker,noch init dem Worte clliaro-scuro, clair-oblcur, bezeichnen) handeln, unter meh-rcrn, kairesse, im 5te» Kap. des gtenBuchcs seines großen Mahlerbuches, B. -.S.65. unter der Aufschrift,von derHarmonie, oder Haltung der Toulcuren/'- Bc PileS, unter der Ausschrist, lluclair odleurc, in dem Leiurs lle llciiir.S. 085. der Ausg. von >?. MengS,*) S. Artikel Gruppe.

ausser den Betrachtungen über das ckils-rvlcuru in den Werken des Rafacl, Coc-reggio und Titian, und den Bemerkun-gen seines Herausgebers über das ckis-rcilcur», Op. B. 1. S. 50. lvz. IZ9U. s. w. in den le?. praricste, §. z. U. l»>vp. B. 2. S. 242 und 287.

Handlung.

(Schöne Künste.)

lauter den mannigfaltigen Gegen-ständen der schildernden Künste istder Mensch, dessen Wirksamkeitdurch interessanteGegenstande gereiztwird, ohne Zweifel der merkwürdigste.Der Künstler, der

-» Wie Hallcr dort, mit stark gesetztemMuch

Vcrrstthcrische Blik' ins Menschen Bu-sen tbut;

und mit diesem scharfen Bcobach-tungsgcist die Kunst besitzt, wie Ho-mer, alles auf das lebhafteste zuschildern, kann uns die handelndenMenschen so vors Gesicht bringen,daß ihr Genie, ihre Sinnesart, ihreStarke und Schwache, kurz alles,was zu ihrem Charakter gehört, indem hcllesten Lichte vor uns liegt.So hat Homer uns mit den berühm-testen griechischen und phrygischenHelden so bekannt gemacht, alswenn wir selbst mit ihnen gelebt undihren Handlungen zugesehen hatten.Unter den Werken der Kunst be-haupten die, welche uns handelndeMenschen schildern, den ersten Rang.Daher haben auch die zwei) großenKunstrichter, Aristoteles und Horaz,da sie von der Dichtkunst geschrie-ben, ihr Hauptaugenmerk auf dieseWerke gerichtet.

Die "Wichtigkeit desselben hangteinsrheils von dem Charakter unddem Genie der handelnden Personen,andcrntheils aber von der Handlungab, in welche sie verwikclt sind. Wiewollen hier einige Anmerkungen überdie Natur und Beschaffenheit der

Hand-