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wird allemal ein Raub eines wirk-samen und thärigen Volks Herden,so bald sich dieses Eroberungen zumachen vorgenommen hat.
Wenn also die schönen Künste, wieman nicht zweifeln kann, das Ihri-ge zur Bildung des Charakters derMenschen beytragen sollen, so istauch offenbar, daß dieses vorzüglichdurch solche Werke geschehen müsse,die sowol in ihrem Inhair, als inder Behandlung, den Charakter derGröße an sich haben; daß nur dieKünstler, die darauf arbeiten, alleKräfte der Seele in beständiger Ue-biing zu unterhalten, die Erwartungiber Philosophie und der wahren Po-litik erfüllen, welche die schönen dun-ste zu ihrem Beystand herbcyrufen »).Nicht die Feinheit des Gcschmaks,sendern seine Größe ist das, woraufdie Kritik vorzüglich arbeiten sollte.Jene dienet zu einer angenehmen Er-holung, wenn der Geist nach einermarmlichen Uebung seiner Kräfte ei-niger Ruhe bedarf. Bcydes ist gut,wenn nur die gehörige Unterordnungdabei) beobachtet wird. Der Künst-ler sollte sich die besten Baumeisterzum Muster nehmen, die das Feineund das Kleine zwar nicht verachten,aber nur sparsam, und an den Stel-len anbringen , wo es das Auge vondem (Prossen nicht abziehen kann.
Vott der Größe handeln zugleich diemehrest en, der, dey dem Art. Erhaben,angeführten Schriften. — Von der Größe(und Mannichfaltigkeit) im Gartenbau,s.HirfchfcldS Theorie, B. >. S- 1S2. —Aon der Größe (und Anmut!)) in der Mah-lert)?, nnlcr andern, Richardson in demItt-ürs de is peinrnre, S. >Z7- -ümlk.17-8. 8. lind über die körperliche Größedarin, s. lessings baokoon, S. >zu 22p.Z4Y. Z7Z der Aufl. von 1788. — Bondem, was man eine große Arci?itecturnennen bann, Blonde! in f. Gvurs
'I S. Künste.
ä'.^rclair. Dd. I. S. 4-z. — Von der
Größe in bichreriscken Gemahlöen,Bodmer im 8ten Abschn. S. an der'Be-trachtungen über die poetischen Gcmühldeder Dichter, Zürich, 1741. 8. — —
Groteske.
(Zeichnende Künste.)
nennt man eine besondere undseltsame phantastische Gattung dermahlerischcn Verzierungen gewisserZimmer. Das Groteske besteht auskleinen Figuren von Menschen undThicren, mit Blumen und Laubwerkso vetstochten, daß man darin dasThier - und Pflanzenreich ineinanderverflossen antrifft; Menschen undThiene, die aus den Knospen derPflanzen hervorwaehstn, halb Thierund halb Pflanzen sind. Man hatdergleichen in alten Grotten in Romangerrossen. Johann von Udine sollsie zuerst in den Ruinen der Baderdes Titus gefunden haben. Vitru-vius erwähnt dieser seltsamen Art zumahlen *), und klagt über dm schlech-ten Gcschmak, der dergleichen phan-tastische Dinge hervorgebracht hat.Sie überrascht, wie ein abentbeuer-licher Traum, durch die ausschwei-fende Verbindung solcher Dinge, diekeine natürliche Verbindung untereinander haben; sie kann doch eineZeitlang gefallen, wie etwa.ein tol-les Geschwätz eines sich narrisch an-stellenden Menschen, wegen der aus-serordentlich seltsamen Verbindungder Begriffe, lachen macht. Es ge-hört also überhaupt in die Gattungdes Lächerlichen und Abentheucrli-chen, das nicht schlechterdings zuverwerfen ist.
Es ist nicht unwahrscheinlich, daßdas Groteske schon in den alten Zei-ten in Aegypten ausgekommen fty.So viel ich mich erinnere, erwähntder zwar nicht sehr zuverlässige Rci-
sebe-
') l.ib. VII. Z.