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Hier crwekt der Donner ans hcitermHimmel ein plötzliches Schreken; dievernehmlichen Worte des Engels,der feycrlich schrckliche Ton, und derfürchterliche Inhalt seincrRcde, stel-len das Verderben nicht nur in sei-ner Große, sondern auch in seinervölligen Gewißheit dar.
Die Leidenschaften selbst, ob siegleich im Grunde Schwachheiten sind,können dennoch den Charakter derGröße an sich haben. Sic entstehenallemal aus Anfallen auf die innereWürksamkeit der Seele, auf dieKräfte, durch deren Acußerung sieeigentlich ihr Leben, ihr Daseyn em-pfindet. Diese Kräfte werden vonden Anfällen der leidenschaftlichenGegenstände entweder gehemmet,oder gcreizet. In Heyden Fällen ent-steht in der Seele das lebhafte Ge-fühl, wodurch sie empfinder, daß sienicht ein spekulatives, sondern einhandelndes, würksames, Freyheitund Macht besitzendes Wesen ist; siewendet ihre Kraft an, um den Ge-genstand zu genießen, oder sich ihmzu widersetzen: und eben in diesenUmständen zeigen sich starke Seelenin ihrer vollen Größe. Es ist demMenschen überhaupt nichts wichti-ger, als die Behauptung seiner in-nerlichen Freyheit und Macht zuwürkcn, weil er eigentlich seine Exi-stenz nur alsdenn recht fühlt, wenner diese Kraft anwendet etwas zu er-halten, oder von sich abzuwenden.Darum sucht er den Kreis seinerWürksamkeit überall zu erweitern;und wenn er Hindernisse vor sich fin-det, schwellen seine Kräfte, wie eingehemmter Strohm, auf, brechenmit Gewalt und Ungestüm durch,und reißen, was ihnen im Wege sieht,nieder. Darum ist der leidenschaft-liche Zustand des Menschen vorzüg-lich gcschikt, ihn in seiner Größe dar-zustellen.
Jedermann empfindet diesen Cha-rakter der Größe in dem Zorn des
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Achilles, in der Wuth des Philo, undselbst in der Verzweiflung des Abba-dona. Man muß sich starke Seelenin großen Leidenschaften, alsstrcircn-deHelden vorstellen, die allemal großsind, es scy, daß sie überwinden,oder überwunden werden; denn auchin seinem Fall kann der Held großseyn. Wir bewundern den Etcoklesdes Aeschylus selbst da, wo er sichüberwunden fühlt*). Und so zeigetder alte Horaz des P. Corneille sichin seiner vollen Größe in der bekann-ten Antwort **) über die Flucht sei-nes Sohnes.
Im Grund also ist das Große derLeidenschaften, ohne Räksicht anfdensittlichen Werth der Sache, woraufsie abzielen, nichts anders, als einesich lebhaft äußernde große Würk-samkeit der, sich und ihre Freyheitfühlenden, Seele. Darum könnenwir dieser Größe selbst da, wo sieetwas Unsittliches, so gar etwasGottloses an sich hat, unfern Bcy-fall nicht ganz versagen. Niemandgetrauet sich in den höllischen Gei-stern Milcons und Klopstoks die Grös-se zu verkennen, die sich in den Acus-scrungcn ihrer Leidenschaften zeiget.So hat auch der berühmte Vers desLucanus: Viöbrix conln Oiis pla-cuit, kell viöba Latoni, der Gottlo-sigkeit die würklich darin liegt unge-achtet, etwas Großes. Denn wiekönnte der Mensch, der im Grundekein wichtigeres Interesse hat, alsein frey handelndes Wesen zu seyn,den tadeln, der das Aeußerste ver-sucht, diese Freyheit zu behaupten?Das Böse in seiner Leidenschaft istblos Jrrthum, blos Fehler in derVorstellung, und verdienet Verge-bung; hingegen ist die Gleichgültig-keit
') Man sehe die im Artikel Aeschylusauf der 40 u. s. S. des 1 Th. ange-führte Stelle.
(lue voulic? vous czulll llr ccmrrsrro>5? (Zu'il muuiük. S- l-lorsce <ke? Loincllle IN. Sc. 6.