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chcn. Aber der letztere fallt darinbisweilen ins Uebertriebcnc.
Nun haben wir nach den Charak-ter der Große in leidenschaftlichenGegenständen zu betrachten. So-wo! in dem, was Leidenschaft crwekt,als in der Art, wie diese sich äußert,kann Große statt haben. Dort be-kommt man dm Begriff einer großenMacht, die uns unwiderstehlich er-greift, hier von einer großen Kraft,die der fühlende Mensch anwendet,der angreifenden Macht zu wider-stehen. Veydes verdienet eine nä-here Erläuterung.
Gegenstände, die Leidenschaften er-wckcn, können auf mehr als eineWeise groß scyn. Ihre vorzüglicheGroße kömmt von der Wichtigkeitund von dem weiten Umfange derWürkung her. Sic erwcken allemalden Begriff eines Guts oder einesNebels; beydc sind klein, oder ge-ring zu achten, wenn sie vorüber-gehend sind, wenn sie uns nur aufeine kurze Zeit vergnügt, oder miß-vergnügt machen, oder wen» sie nureinen geringen Einfluß aufeinenTHeilder Glükseligkeit haben. Groß undwichtig sind sie hingegen, wenn ihreWürkung sich auf das ganze Lebenund auf das Wesentliche der Glükse-ligkeit erstrekt; am größten, wennsie ganz entscheidend sind. Die Liebeist eine vorübergehende Leidenschaft,die im Grunde diePefriedigung eineskörperlichen Bedürfnisses zum End-zwck hat. In diesem Gesichtspunktkann ihrGcgenstand nicht groß schei-nen: aber durch die Einmischungdes Sittlichen, und aus dem Ge-sichtspunkte betrachtet, wie ernsthaf-te, oder enthusiastische Seelen sie an-sehen, bekömmt er eine Größe, dieuns in Verwunderung setzt. Sowie beyKiopsiok Lazarus den Gegen-stand seiner Liebe sieht, ist er nichtnur groß, sondern völlig erhaben.So kann der Künstler den Gegen-ständen der Leidenschaft eine Größe
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geben, wenn er uns ihre Wichtig-keit, und den weiten Umfang ihrerWürkung lebhaft vorzustellen weiß.Der Tod ist ein Gegenstand, derFurcht erwckt; aber dieser Gegen-stand hat keine Größe, wenn er alsein Schlaf, oder als ein schnellerUcbergang zur Vernichtung, oder zueinem, von diesem wenig unterschie-denen Leben, vorgestellt wird. Hin-gegen so wie Shakespear in dem be-kannten Selbstgespräch des Hamletsihn vorstellt, als einen ewigen Schlaf,vielleicht mit fürchterlichen Träumenerfüllt, bekömmt er eine ungemeineGröße. Ueberhaupt also haben dieGegenstände der Leidenschaften eineästhetische Größe, wenn sie als ent-scheidende Ursachen der Glükseligkeitoder des Elends eines Menschen, odergar ganzerVölker, angesehen werden.So hat die Handlung, deren wir an-derswo gedacht haben *), da Flami-nius den: versammelten Griechenlanddurch einen Herold die Freyheit an-kündiget, eine ungemeine Größe;und so wird ein Gewitter, wem: manes, wie es hier und da in der Bibelgeschieht, als ein feyerlichcs Herab-fahrcn des höchsten Wesens ansieht,um die Missethatcn eines Volks zubestrafen, eine Größe, die hoch insErhabene hinaufsteiget.
Eine besondere Art der Größe derleidenschaftlichen Gegenstände ent-steht bisweilen daher, daß sie etwasunveränderliches, oder absolut ent-schiedenes haben. Das Böse, dasuns droht, und das Gute, das unsschmeichelt, thut erst alsdann dievolle Würkung, wenn es keinerUngewißheit mehr unterworfen ist.Bcym ersten Anblike desselben mischtsich immer Hoffnung oder Furcht indie Leidenschast, und erst dann, wenndiese nicht mehr statt haben, entstehtder völlige Ausbruch derselben. Da-her entsteht diese Art der Größe,
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s) II Th. Artikel Freude S. -69.