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man auf einmal, und doch entstehethier schwerlich das Gefühl einer ästhe-tischen Große. Es ist gar nichtsda, das uns nothigte, die Phanta-sie zu erweitern; denn wir fühlenuns eher geneigt jeden einzeln Theilfür sich zu betrachten; wir empfin-den um so viel weniger Neigung denGegenstand im Ganzen zn fassen, dadiese einzeln Thcile zum Ganzen sogar kein merkbares Verhältnis; ha-ben; denn jeder verschwindet oderwird unmerkbar, so bald wir dasGanze fassen wollen: wir würden indiesem Fall etwas von großem Um-fange sehen, das uns wenig reizt,weil wir nichts darin unterscheiden.Wenn aber dieser große Garten ansgroßen Parthien besieht; hier eingroßer freyer Platz zum Spazieren,da ein Wald von hohen Baumen,dort ein großes Wasserbcken u. s. f. ist,so fassen wir alles in eine Hauptvor-stcllung zusammen, deren Thcile,wegen ihres merklichen Verhältnisseszum Ganzen, uns noch immer klargenug bleiben, und daher entstehteben das Gefühl der Große.
Hieraus ziehen wir den Schluß,daß ein sichtbarer Gegenstand denCharakter der Große dadurch bekom-me, wenn er aus mannigfaltigenTheilen besieht, die ein merklichesoder beträchtliches Verhältnis; zumGanzen haben; oder, in der eigentli-chen Kunstsprache zu reden, wenn eraus großen aber eine Mannigfaltig-keit zeigenden, Parthien besteht, dieso harmonisch zusammen verbundensind, daß das Auge immer auf dasGanze geführt wird. So hat in derMahlcrei) das Colorit den Charakterder Große, das bei) einer vollkom-menen Harmonie aus großenMassenvom Hellen und Dunkeln, und ansgroßen Parrbien von Farben besteht;so findet man in dem Gewände denCharakter der Große, das aus we-nigen, großen, aber natürlichen undmit dein Ganzen übereinstimmenden
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Falten besteht. Zu dem großen An-sehen einer Stadt, die man vonFerne sieht, ist es nicht genug, daßman eine unzählige Menge von Hau-sern cntdekc; sie müssen in großePar-thien oder Quartiere vertheilt seyn,an verschiedenen Orten müssen einigehohe Dächer, oder Thürmc und Cu-pcln sich in die Luft erheben, undum diese herum müssen die niedrigenGebäude sich in große Gruppen ver-sammeln. Ein einzeles Gebäudewird nie durch eine große Hohe oderBreite» noch durch eine unzähligeMenge von Thüren, Fenstern, Säu-len und Zierrathen, den Begriff derästhetischen Große crweken; aberalsdann wird er entstehen, wenndas Mannigfaltige darin in etlichegroße Parthien so zusammen gehal-ten wird, daß die kleinen Thcile nichtim Verhältnis des Ganzen, sondernim Verhältnis mit den Hauptthcilen,dazu sie gehören, in das Auge fallen;die Hauptthekle selbst aber sich so ge-nau zusammen verbinden, daß einunzertrennliches harmonisches Ganzedaraus entstehe. Denn dadurch wirddas Auge des Kenners gleichsam ge-zwungen das Gebäude nur im Gan-zen zn betrachten, um von allem aufeinmal gerührt zn werden.
Der Künstler, der dieser Spuhrfolgen will, wird in jedem besondernFalle, da er sichtbare Gegenständezu behandeln hat, leicht die Mittelbemerken, wodurch er ihnen denCharakter der Große in Absicht aufdie Form geben kann. Er muß deinGanzen durch wenig HauptparthicnEinfalt zn geben wissen, damit dasAuge oder die Einbildungskraft nichtauf das Einzele falle, und die klei-nen Thcile muß er den Haupttheilenanpassen und unterordnen. Alsdannscheinet es, daß er durch wenig Ver-anstaltung viel ausgerichtet habe.Durch dieses Mittel hat Klopstok imzwcyten Gesang des Meßias, derVersammlung der Schaar höllischer
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