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tel, zum Zwek gelangt. Dieser Be-griff der Größe würde sich ganz ver-lieren, wenn er durch vielerlei) li-stige Veranstaltungen und durch eineMenge einzelner Kunstgriffe langsamzum Zwek gekommen wäre. KleineSeelen erreichen in deir meisten Sa-chen, die sie sich ernstlich vorsetzen,ihre Absichten eben so gewiß, alsMenschen von großem Verstand;aber diese beyde Gattungen vonMenschen sind darin unterschieden,daß jene durch weite und krummeWege sehr langsam zum Zwck krie-chen, da diese geradezu und mit we-nigen Schritten ihn erreichen. Wirnennen gewisse Handlungen großmü-thig, weil eine schnelle Erweiterungoder Erhöhung edler Empfindungendazu crfoderlich scheinet; so bald wiraber merken, daß der, der diese Hand-lung gcthan hat, durch unzählig wie-derholte Vorstellungen, durch vielesBitten und Anhalten gleichsam da-zu gezwungen worden, so verliert dieHandlung den Charakter der Größe.So kann auch ein mittelmäßiger Kopfdurch lang anhaltendesBestrcbcn,undnach hundert vergeblichen Bemühun-gen des Geistes, endlich zurEntdekungeiner wichtigen Wahrheit kommen,die dcrMann von großem Verständedurch ein einziges und nicht lang an-haltendes Bestreben erfunden hatte.
Diese Betrachtungen über die Gros-se bringen uns auf den Weg, dieNatur der ästhetischen Größe etwasnäher zu bestimmen. In den Wer-ken der schönen Künste legen wirkenCharakter der Größe entweder denSachen selbst zu, nämlich den Ge-genständen, die der Künstler uns vor-legt, oder dem Künstler, und seinerBehandlung des Gegenstandes. Je-der dieser Faste verdienet besondersbetrachtet zu werden.
Die ästhetischen Gegenstände be-ziehen sich entweder auf die Sinnenund die Einbildungskraft, oder aufden Verstand, oder auf das Herz;
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und wir schreiben ihnen Größe zu,wenn wir die bestimmte Würkung da-von empfinden, daß die Phantasie,der Verstand, oder das Herz, Er-weiterung der Kräfte nöthig haben,um sie auf einmal zu fassen.
Der Begriff der Größe, setzet alsovoraus, daß wir den Gegenstand imGanzen fassen. Man könnte denganzen Erdboden umreiscn, ohne ihngroß zu finden. Denn wenn mansich auf einmal immer nur denTheibdesselben vorstellte, auf welchem mansich befindet, so hätte die Phantasienicht nöthig, sich auszudehnen: aberwenn man den Raum von hundertund mehr Tagrcisen auf einmal über-sehen will, so ist diese Erweiterungnothwcndig,. und alsdann entstehtauch der Begriff der Größe. Nichtdie Vielheit, die aus Wiederholungentsteht, sondern die, welche auf ein-mal vorschwebt, enthält den Grundderselben. Einheit, oder einfachesWesen, an dessen Theilnng mannicht denkt, oder nicht denken kann,mit Vielheit verbunden, ist hieznnothwcndig. Wo mit wenigem vielausgerichtet wird, da ist Größe.Der Gegenstand also, der eine ein-zige, unzertrennliche Aeußerung derVorstellungskraft bewürkt, wodurchwir vieles zugleich klar fassen, cr-wckt den Begriff der Größe, welcherbey der größten Menge, der uns aufeinmal klar vorschwebenden Dinge,nicht entsteht, so bald wir die Auf-merksamkeit nur auf eines davonrichten.
Man stelle sich in Gedanken an ei-nen Ort, wo man einen Garten vonsehr weiten! Umfange übersehen könn-te ; man bilde sich diesen Garten inder Phantasie so, daß er ans unzäh-ligen kleinen Blumenbeeten, kleinenPüschen von mannigfaltiger Art,und aus einer Menge kleiner Was-scrbehältnisse, Canäle, Cabinetterund Gänge besteht. Alle diese Man-nigfaltigkeit der Dmge übersieht
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