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schrieben. Und jene Verschiedenheit dereinzeln, zusammen gehörigen Theile, vcr.bunden mit der Regelmäßigkeit jedes ein-zeln Theiles für sich betrachtet, bestandin Italien noch im cilften Jahrhundert,wie die, um diese Zeit erbauten KirchenSt. Miniato al Monte, St. Michcle inPisa, die Ovmkirche zu Kiesole, u. a. m.beweisen. — In Italien zeigt sich dieerste, deutliche Spur des gordischen Ge-schmackes , unter andern, an den sechs,winklichten Bogen des, eben in diesemJahrhundert, erbauten Domes zu Pisa;allein, der Baumeister war einGrieclie, Buchccto, von Oulichio ge-bürtig. Wie, wenn der gothischc Ge-schmack also wohl eigentlich morgenlän-Viscker Geschmack, von, und über Con-siantinvpcl (wo sich noch frühere Beweisedesselben finden) eingeführt — undwohl gar, im Grunde, der Einführungder christlichen Religion, zu verdankenwäre? — „Die gothischc Bauart," heißtcS, unter andern, in der N. Bibl. derschönen Wissenschaften B. ig. S. 091. „hatdie Kennzeichen der ersten kauberhüttcnnach und nach in verhältnismäßige Ord-nung gebracht. Man sieht an ihr, wennman nur nachsinnt, gar deutlich den Ur-sprung der Spiybögcn, in Nachahmungder gczmicscltcn und gebogenen Acste, zurOcffnung der Thüren und Fenster, lindwas stellen die oben geschlungenen Fcnster-rähme anders, als in einander gefloch-tene Zweige dar? Ja die schlankgekehl-ten Pfeiler mit ihren Reihungen an denGewölbern zeigen gar eigentliche Baum-gängc an, deren Acste in einander gewachsensind, und sie bedecken, zur Erinnerungdes Aufenthaltes der ersten Menschen un-ter grünen Bäumen. Wir wollen hierder Menge Blüthen, Blätter, Zacken,Zweige, Puppen, Perlen und Edclge-stcinc nicht gedenken." — Hiermit ver-bindet sich noch ein anderer Umstand; eingewisser Geist des Wunderbaren ist an ihrunverkennbar. Die zum Theil im Ver-hältnis zu den dünnen Säulen, woraufsie ruhen, so hohe» Gewölbe, u. d. m. be-weisen wenigstens, daß die Künstler mehr
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ihre blöße, eigentliche Kunst zu zeigen,und denZuschauer mit Erstaunen darüber zuerfüllen, nicht aber so sehr mit dem Ameckeder Sache selbst, welche sie machten, be-schäftigt gewesen. — Indessen finden sich,meines Bedünkcns, auch unverkennbareZeichen nordischer Abkunft in ihr; die ho-hen, spitzigen Dächer, die schmalen Fen-ster, die, bei) Pallästen, kleinen Thüren,kleinen Fenster, gewundenen, schmalenTreppen, u. d. m. zeigen ein kaltes Cli-ma, und eine Lebensart an, bey welcherman nicht blos auf Schutz gegen Witte,rung, oder auf Bequemlichkeit, sondernauch aufVertheidigung gegen Anfälle, beyAufbauung der Wohnung dachte. Undhierdurch hört denn auch, wie es scheinet,zweptenö, der Mangel alles Nachdenkensbey ihr auf — und mir dünkt, daß die-ser sich mehr, z B. in einem Clima, woder Schnee einige Monate hindurch liegt,bey ganz stachen Dächern, bey Fenstern,welche bis auf den Fußboden herabgehen,u. d. m. zeigt. Bleibt denn Schönheitnoch Schönheit, wenn sie an unrechterStelle steht? Oder, vielmehr, giebt eSüberall noch Schönheit, welche unabhän-gig von Ort und Stelle wäre? Und.ver-liert sie nicht den größten Theil, vielleichtalle ihre Wirkung, auf den vernünftigenMenschen, wofern sie falsch angebracht ist!Lasset uns also die Liebe zur Schönheit,lasset unS ihren Reiz und die sinnlichenEindrücke, nie so weit verleiten, daß wiedarüber aufhören, denkende Menschen znscyn; wir würden dadurch nur die schö-nen Künste verdächtig, vielleicht verächt-lich und uns lächerlich machen! Auchdie größte, vermeintliche Schönheit, wirdwahrhaft Gothisch, so bald sie einenunschicklichen Platz einnimmt. Denn,wie Hr. Sulzer auch bemerkt, fever Man-gel des Nachdenkens, und des Verhält-nisses (nicht blos der Theile unter sich,sondern auch ztun Ganzen, zum Zweckeder Sache, zu Ort und Stelle, und Zeit)seve Unschicklichkeit, ist, und heißt, jetzt,Gothisch. — Wegen der Schriften überdie gvthische Bauart f. den Art. BauartS.
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