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auf Unterricht, sondern aufRührungankömmt, so ist darin alles gnt,was die Art der Empfindung unter-stützet, wenn es gleich zur Achnlich-keit nichts bcyträgt. Das Glcich-niß, das Klopstok braucht, dieWuth der Sadducacr gegen den Phi-lo lebhaft zu schildern *), enthaltverschiedene kleine Umstände, die nichtszur Achnlichkeit bcytragcn, sondernnur überhaupt dienen, den schrekhaf-ten Eindruk zu unterstützen. In allensolchen Fallen ist es vorthcilhast, dasBild nicht nur genau auszumahlen,sondern es der Phantasie so vorzu-halten, daß man das Gcgcnbild eineZeitlang aus dem Gesichte verliert.Denn da es hier blos darum zu thunist, daß die sich schon äußernde Em-pfindung unterstützt werde, so mußdas hiezu dienliche Bild so nahe vorsGesicht gebracht werden, daß man eszu sehen glaubt. Dieses aber kannnicht anders, als durch Bezeichnungder klcincstcn Umstände geschehen.Indem so eben erwähnten Fall, wennder Dichter gesagt hat :
— Ihn sahn die SadducScr, undstanden
Gegen Philo mit Ungestüm auf.so entsteht bey dem Leser die Erwar-tung einer fürchterlichen Scene. Iytist es dem Dichter nur darum zu thun,daß die Phantasie ein fürchterlichesStürmen vor sich sehe, damit die Em-pfindung lebhaft werde. Ohne sichängstlich um völlige Achnlichkeit zubekümmern, sucht er nur etwas, wo-durch die Empfindung der Furcht un-terhalten wird,weil dieses scineHaupt-absicht ist. Darum beschreibet er unsfolgendcScene, die uns nothwcndig indiese Empfindung setzen muß, wennwir sie nur nahe vor uns haben.
— Wle tief in der FeldschlachtKrlcgrischc Rosse vorm eisernen Wagen
sich zügellos heben,
Wenn die klingende Lanze daher bebt,
dem rufenden Fcldhcrrn,Den sie zogen, den Tod trügt, und unter
sie ihn blutathmcnd") Messias IV Gesang.
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Stürzt. Sie wiehern hoch her, und dröhnmit funkelnden Augen,
Stampfen dieErdc, die bebet,und hauchendem Sturnimind entgegen.Dadurch befinden wir uns plötzlichmitten in einem fürchterlichen Auf-tritt, aus dem wir uns durch dieFlucht zu retten wünschen. Dieses isteben der Zustand, in den uns der Dich-ter versetzen wollte, damit er in unsden Abscheu gegen diewüthendenSad-ducäer erwekcn möchte, die wir itztals die Urheber dieser Furcht ansehen.
Die Gleichnisse also, welche eine lei-denschaftliche Empfindung zu unter-stützen dienen, sind um so vielwürk-samer, je mehr die Aufmerksamkeitblos auf das Bild geheftet wird.Deßwegen werden sie von dein Dich-ter insgemein so vorgetragen, daßman das Gcgcnbild eine Zeitlang ausdem Gesichte verliert, damit die Leb-haftigkeit der Empfindung durchnichts unterbrochen werde; und durchdiesen bcsondcrn Vortrag nähern siesich in etwas der Allegorie, die auchdas Gcgcnbild nicht neben sich hat,und werden um so viel lebhafter.
Es ließe sich über die verschiedenenFormen und über dieAusbildungderGleichnisse noch viel sagen; man mußes aber dem Geschmak und dem Ur-theile des Dichters überlassen. Werindessen eine ausführliche Theorie derGleichnisse verlangt, der wird inDrei-ringers kritischer Abhandlung von derNatur, den Absichten und dem Ge-brauch der Gleichnisse*) einen reichenVorrath hiezu dienlicher Anmerkun-gen finden. Von demWerthedcrzumGlcichniß zu wählenden Bilder selbst,und ihren verschiedenen Würkungen,wird in dem Artikel Vergleichungdas Nothwcndige vorkommen.
Nstchst der von Hrn. Sulzcr angeführ-ten Schrift des H. Breilinger, Aür. 1740.8. handeln gelegentlich vom Gleichniß, umter andern, Racine, in seinen rellexicms
sur
') Zürich i7»o.»-