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2 (1792) [E - J]
Entstehung
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die wichtigsten Grundbegriffe hier-über zu cntdekcn. Man darf zudem Ende nur auf den Ursprungund die Absicht der Gleichnisse zurükgehen.

Das erläuternde Gleichniß hat einegrößere Deutlichkeit und eine ganzgenaue, aber sinnliche Bestimmungder Vorstellung zur Absicht; darumerfodcrt es einen sehr einfachen undnatürlichen Ausdruk in dem unter-richtenden Tone, der blos auf denVerstand würkt und die Empfindungin völliger Ruhe laßt. Es kömmtdabei) mehr auf eine genaue Zeich-nung, als auf das Colorit an. Manzeiget dem Zuhörer jeden Theil desBildes gleichsam mit dem Finger,damit er es in der größten Deutlich-keit fasse; doch laßt man ihn vondem Bilde nichts sehen, als waszur Achnlichkeit mit dem Gegenbildegehört. Von dieser Art ist folgen-des Gleichniß, womit Epiktet einemangehenden Philosophen die wich-tige Lehre fühlbar machen will, daßer das, was er gelernt hat, nichtprahlerisch vor andern auskramen,sondern in der Stille zu seinem wah-ren Nutzen anwenden soll.DieSchaafe, indem sie wiederkäuen,speyen das genossene Futter nichtwieder aus, um dem Schafer zuzeigen, daß sie gut geweidet haben;sondern sie verdauen unbemerkt,und begnügen sich damit, daß sie dieWolle und die Milch, als die Wür-kung der guten Nahrung, zeigen.Also sollst du bey Unwissenden mitdem Gelernten nicht prahlen, son-dern nur die Werke, die daraus ent-stehen, zeigen*)."

Eine ganz andre Beschaffenheit hates mit den Gleichnissen, welche dieLebhaftigkeit der Vorstellung zumZwek haben. Denn dadurch wür-fen sie auf die Empfindung, derenC attung, Schattirung und Starken an wol zu überlegen hat, damit

') Lnckir. c.XIUI.

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in dem Vortrage des Gleichnissesalles damit übereinstimme. Dennjede Empfindung hat ihren eigenenTon; einige sind heftig, andre zärt-lich und sanft, einige vergnügt, an-dre traurig. Wie nun das Bildzum Gleichniß auf das genauestemit der Art der Empfindung über-einkommen muß, so soll auch derAusdruk und Ton desselben ihr an-gemessen scyn. Wenn Kiopstok unsrecht in die Empfindung setzen will,in welcher die Schutzengel der Jün-ger Jesu gewesen, da sie den amOelberg? schlafenden Johannes be-trachten, so bedienet er sich diesesGleichnisses:

Also stehen drcv Brüder um eine gc-llcbteste SchwesterZärtlich herum, wenn sie auf welch ver-breiteten Blume»

Unbesorgt schläft, und in blühender Ju-gend Unsterblichen gleichet.Ach sie weiß es noch nicht, daß ihrem

redlichen VaterSeiner Tugenden Ende sich naht. Ihr

dieses zu sagenKamen die Bruder; allein sie sahen sieschlummern und schwiegen *).Weil hier die Empfindung, die wirrecht fühlen und genießen sollen, vonzärtlich trauriger Art ist, so ist nichtnur das Bild selbst vollkommen indicser.Art, sondern auch der Ausdrukund der Ton; alles bis auf die klei-nesten Nebcnbcgriffe, und auch derTon der Worte und der Fluß des Ver-ses ist zärtlich und traurig. Hingegenda, wo eben dieser große Dichter unsdie schickliche Unruhe will empfindenmachen, die Kaiphas von dem, ihmvon Satan eingehauchten, Traumgehabt hat, ist nicht blos das Bildder Vergleichung, sondern auch derAusdruk und der Ton erschreklich **).

In der Behandlung unterscheidensich diese Gleichnisse von den erläu-ternden auch dadurch, daß nicht je-dcrNebenbcgriff in dem Bilde bedeu-tend sepn darf. Da es hier nicht

auf

') Messias IV Gesang.

") u» Anfange de» IV Gesangs.