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sam und handelnd fey» muß, wo erEntschließungen zu fassen und sie aus-zufuhren hat, wo sein Geist in Ge-schaffte vcrwikelt ist, da hat keine Be-trachtung, kein Genuß der angeneh-men oder unangenehmen Gegenständestatt. Wer bey auszuführenden Ge-schafften, da er sich würkfain zu zei-gen hat, sich bey vorkommenden Ge-genständen der Betrachtung aufhal-ten wollte, der würde, so wie der,welcher moralisirt, wo er handelnsoll, sich als einen schwachen Kopfund als einen Thoren zeigen.
Daher kömmt es also, daß derepische Dichter, wenn er die handeln-den Personen redend einführt, ihnenda, wo sie in Ausführung der Ge-schaffte begriffen sind, weder Gleich-nisse, noch irgend andre den Fort-gang der Handlung unterbrechendeReden in den Mund legen kann; unddaß im Drama das Glcichniß nichtvorkommen kann, es fey denn in ru-higer» Scenen, da die Handlung stil-le steht und die Personen die Lage derSachen mit einiger Ruhe übersehen;wo das Herz ruhig, und die Phan-tasie erhitzt ist. Ueberhaupt hemmetjeder unruhige Gemüthszustand dieBetrachtung.
Wer diese, in der Natur selbst ge-gründete , Anmerkung wol überlegt,der wird nie in den Fehler verfallen,zur Unzeit Gleichnisse anzubringen.Es zeiget einen ganzlichen Mangelder Beurtheilung, wenn man beysehr lebhaften Scenen, da es blosdarum zu thun ist, zu sehen, wie dieMenschen handeln, und wie sie sichbetragen werden, die Aufmerksam-keit auf einmal von dem, was ge-schehen soll, ablenket, und die Phan-tasie mitGemählden unterhalt. Wosich Leidenschaften von der heftigenArt äußern, da werden die Gegen-stände der Phantasie unmerkbar; jaso gar die äußern Sinnen verlierenalsdcnn ihre Kraft zu rühren. Wervon Zorn oder Furcht, oder von ir-
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gend einer andern stark würkendenLeidenschaft ergriffen wird, der hörtund sieht nichts; um so viel wenigerwird er sich mit Bildern der Phan-tasie unterhalten.
Dieses fey von dem Zustande derredenden Personen in Absicht aufdcnOrt, wo die Gleichnisse natürlich oderunnatürlich werden, gesagt.
Nur eine einzige Ncbenanmcrkungwollen wir hinzufügen. Man hatverschiedentlich als etwas besonderesangemerkt, daß Homer im erstenBuche der Jlias, und so gar in dendrei) ersten Büchern der Odyssee sichder Gleichnisse enthalten hat, die her-nach so häufig vorkommen. Es läßtsich hiervon ein ganz natürlicherGrund angeben, der aus der vorhergemachten Anmerkung fließt, daßdas Glcichniß alsdann natürlicherWeise entsteht, wenn das Herz et-was ruhig, hingegen die Phantasieerhitzt ist. Diese Erhitzung der Phan-tasie geschieht allmahlig, ein gesetz-ter Kopf wird nicht sogleich erhitzt,er muß vorher seinen Gegenstand ei-ne Zeitlang behandelt, und das In-teressante desselben recht empfundenhaben. Je mehr Ueberlegung einMensch hat, je langsamer geht esmit dieser Erhitzung zu. Hiezukömmt noch der andre Umstand, daßim Anfange der Handlung die Neu-gierde, die Scene völlig eröffnet unddie Handlung bis auf einen gewissenPunkt fortgerükt zu sehen, dem Gei-ste den ruhigen Genuß der Gegen-stände nicht erlaubet. Wenn unsauf einmal eine Menge in lebhafterHandlung begriffene Menschen vorAugen kämen, so wäre im Anfangdie Neugierde, zu wissen, was sievorhaben, und wie weit etwa derHandel gekommen ist, zu groß, alsdaß wir einen oder den andern der-selben besonders ins Gesicht fassen,oder seine Physionomie beobachtenkönnten. Aber alsdcnn, wenn dieerste Neugierde etwas befriediget ist,
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