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dieses erleichtert. So fand Bodmerden Zustand der Brüder Josephs, indem Augenblik, da Josephs Becherin Benjamins Kornsak enrdckt wur-de, so sehr interessant, daß er sich beydiesem Gegenstande nicht nur verwei-let, sondern das Bestreben äußertsich die lebhafteste Vorstellung davonzu machen, wie der betäubendeSchreken alle Brüder auf einmal be-fallen ; hieraus entstund denn diesesschone Glcichniß:
Wie der Blitz des elektrischen Drats den
Körper der MenschenPlötzlich durchführt und die Sinnen be-täubt; wie er schnell von dem erstenZu dem folgenden fortgeht, und alle
durchfährt und betäubet:Also durchfuhr der Schlag von Zophnats
gefundenem BecherBenjamins Busen, bcp dem er sich fand,und auf einmal die HerzenSeiner Brüder: er schlug auf ihr allerinwendigste Ginnen ').
So fand auch Homer die Sccne, daUlysses mit einem glühenden Pfahldem Cyklopen das Auge ausbrennt,so interessant, daß er sich jeden Um-stand derselben auf das Lebhaftestevorzustellen bestrebte. Wie ein äus-serst neugieriger Zuschauer nähert ersich derselben, so weit er kann, da-mit ihm gar nichts davon entgehe.Nun sieht er, wie die Männer dieglühende Spitze des Pfahls auf dasAuge des Riefen setzen, und schnellwie einen Bohrer herumdrehen; die-ses mahlt er durch ein Glcichniß.Dann höret er das Zischen , das dieGluth in dem feuchten Auge verur-sachet. Dieser Umstand rührt ihnwieder besonders und bringt ihm dasZischen zu Sinne, welches ein in kal-tem Wasser abgelöschtes glühendesEisen verursachet; daher entsteht daszwcyte Glcichniß. „Wie eine Axtoder Schaufel, die der Schmidt zumHärten ins kalte Wasser tauchet(denn davon bekömmt das Eisenseine Stärke): so zischcte und brau-
') Jacob, Ii. Gesang.
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sctc das Auge des Cyklopen, als esvon der Spitze des Olivcnpfahles be-rührt wurde *).
Auch in der lyrischen Dichtkunstliebet der Dichter bisweilen sich aufdem Gegenstände zu verweilen. Wodie Begeisterung sehr lebhaft ist, dageht das Glcichniß leicht in die Alle-gorie über; aber bey etwas gemäßig-ter Empfindung erscheinet es in seinereigenen Gestalt. Wenn der Dichterden Gegenstand seiner Empfindungschildert, so wird es ihm natürlich;denn nirgend verweilet man sich lie-ber, als auf einem Gegenstände zärt-licher Empfindungen. Das hoheLied Salomonis zeiget einen großenReichthum desselben. Auch da, wodie Empfindung selbst, oder der Zu-stand des empfindenden Herzens ge-schildert wird, geräth man sehr na-türlich auf ausgeführte Vergleichun-gcn. Wenn der Dichter des , zztenPsalms das Vergnügen besinget, dasdie brüderliche Eintracht in seinemGemüth erwekt, bedienet er sich derangenehmsten Bilder, um seine Em-pfindung recht lebhaft zu schildern.Diese, zur Lebhaftigkeit der Vorstel-lung dienenden, Gleichnisse setzen al-lemal eine etwas erhitzte Phantasievoraus, die von dem Gegenständestark gerührt, sogleich ähnliche Bil-der entdcket, die ihr das Verweilenauf dem Gegenstand erleichtern.
Aus dieser Lust, sich auf dem Ge-genstände zu verweilen und ihn rechtvöllig zu genießen, entsteht eben dieAusführlichkeit der Vergleichung,wodurch sie zum Glcichniß wird.Dieses setzt also allemal, wie schonoben angemerkt worden, einen etwasruhigen Zustand des Eemüthcs vor-aus, darin man das, was man sieht,recht genießen will. Wenn aber derMensch in Umständen ist, wo er nichtZeit hat zu betrachten, fondern würk-Dd 5 sam
") Odyss. U. IX. vt. zyi u. ff.