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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
418
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Die glatte Mauer des Giebelswird das Giebelfeld genennt. DieAlten pflegten an den Tempeln dieGiebelfelder mit Schnitzwcrk auszu-zicren, welches insgemein Vorstel-lungen enthielt, die sich auf die Gott-heit bezogen, der der Tempel gewied-met war. Auf diese Weise haben sieden Giebel, der aus Notwendigkeitentstanden, zugleich zur Pracht undSchönheit angewandt.

Man hat nachher, wie nochitzt geschieht, auch die Thürenund Fenster mit Giebeln verziert.Dieses aber geschah vcrmuthlicherst damals, als der reine Gc-schmak der Baukunst schon durchwillkührliche Zierrathen verdun-kelt worden. Der Pater Ran-gier will die Giebel schlechterdingsnur auf die Dacher eingeschränktwissen; und Vitruvius scheinet auchschon dieselbe Meinung zu äus-sern '). Man kann aber dagegen sa-gen, daß sie an Thüren und Fenstern,die mit weithcrvorstehenden Gesim-sen, oder gar mit völligen Ecbälkm

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verziert werden, gar nicht unnatür-lich stehen; weil in der That diese Ge-simse zugleich zur Vcdekung solcherOcffnungcn dienen, lind folglich klei-ne Dächer sind.

Doch muß man gestehen, daß eineFaßade, wo die Fenster etwas engean einander stehen, durch die Gie-bel derselben ein etwas verworrenesund unangenehmes Wesen bekom-men, weil man überall spitzige Win-kel sieht. Wo aber die Fenster weitaus einander stehen, da scheinen dieGiebel über den Fenstern dem edlenAnsehen der Faßade keinen Schadenzu lhun. Das Opernhaus in Berlinbehält, dieser Gicbelfenster ungeach-tet, eine edle Einfalt. Nirgend ste-hen die Fenstergicbel schlechter, alsda, wo die Geschosse durch Bänderoder Gesimse abgctheilt sind, da denndie Spitzen der Giebel nahe an dieseGesimse anstoßen. Dadurch geschiehtes, daß man an einer ganzen Außen-seite nichts als Winkel zu sehen be-kömmt.

Man macht auch Giebel, da derKranz in einem Zirkelbogen über das

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