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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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G e w

G e w ö l b.

(Baukunst)

Eine nach einer oder inehrern einge-bogenen Flachen über ein Gebäude,oder über einen Theil desselben weg-geführte Dckc, gemeiniglich vonSteinen gemauert. Die eigentlicheBeschaffenheit der Gewölber, ihreFestigkeit und die Regeln, wornachalles zu machen ist, gehören zumMechanische» der Kunst und kommenhier nicht in Betrachtung.

Die gewölbte Dckc hat etwas küh-neres, und vermuthlich auch aus an-dern Gründen gefälligeres für dasAuge, als die gerade. Wir findenunfern allgemeinen Wohnplatz, dieErde, mit dem erhabenen Gewölbedes Himmels weit angenehmer bedekt,als wenn er die Gestalt eines vicr-ekigten mit einem geraden Boden bc-dektcu Zimmers hatte; und großenGebäuden, dergleichen die Kirchensind, geben die Gewölber ein herrli-cheres Ansehen, und das Gepräg ei-nes großen und kühnen Werks. Esscheinet auch, als wenn das Wolgc-fallen, das wir an hohen und ge-wölbten Gebäuden haben, zum Theildaher rührte, daß ein solcher Raumuns weniger einschränket. Gcwöl-ber über ganze Gebäude, dergleichendie Cupein der Tempel sind, gebenihnen allemal ein großes undcmpfin-dungwürkendcs Ansehen. Daherwird auch jeder Baumeister, der ei-nem großen Saal den völligen Cha-rakter der Größe geben will, liebereine gewölbte, als eine gerade Dekedarüber machen.

Das Gewölb kann verschiedeneFormen annehmen, die man aufdrcyGattungen bringen kann, welche sichnach der Gestalt der Kugel, oder derPyramide des Cylinders richten.Dieje verschiedenen Formen entstehennaturlicher Weife aus der Beschaffen-heit des Gebäudes oder Zimmers, das

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man zu überwölben hat. Wenn die-ses rund ist, so kann es nicht anders,als durch ein Rugelgervölbe zuze-wölbct werden, welches die Form ei-ner halben Kugel, oder auch eineshalben Epes hat., Ist das Zimmervierckigt, so wird es am besten durchein Creuxgewolbe überwölbet, daseiner vierckigten Pyramide gleichet,deren Seiten vom Grunde gegen dieSpitze nach Kugclflächcn laufen. Istdas Zimmer nachBeschasscnhcit seinerBreite sehr lang, wie cine Gallerie, ssschikct sich das cylindrisiche Gewölbam besten. Ist es völlig nach derFlächecincs halbenCylindcrs, so wirdes ein Tonncnzcwölb gcneiint; wennes aber auch von den schmalen Seitenher gewölbet ist, so bekömmt es denNamen des Mulüengcrvölbes.

Die Gewölber können aus verschie-dene Weise verziert werden. Die Ku-gelgewölber werden durch Streifen,die oben gegen den Schluß des Ge-wölbes zusammen laufen; die cylin-drischen durch solche Streifen, dieals halbe Jirkelbogen über die Breitedes Gewölbes gezogen sind, in Fel-der eingetheilt, und jedes Feld kannwieder durchZicrrathen ausgcschmüktwerden *). Ein Gewölbe von gutenVerhältnissen und anständigen Ver-zierungen giebt dem Gebäude ein sehrgutes Ansehen; es crfodcrt aber einenin seiner Kunst sehr geübten Bau-meister.

Neber den Vorzug, welcher, in demvorhergehenden Artikel, dem Gewölbevor der geraden Lecke gegeben wird, s.Allgem. deutsche Bibl. Bd. -2. S. 86u. f.

Von der Theorie dcS Gewölbes han-deln: I.s prari^ue llu l'i-oir ö preuvop.lvlr. Oetorguez lle io coupe llespicr-res eu ^rcdir. . .. x. Hdr. Loile. ?.

') S, Felder.