Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
405
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Man stelle sich eine waagerechte Fla-che ^ 6 ^ ll> vor, auf welcher dieGegenstande, die man zeichnen will,stehen, und opgr stelle die Tafelvor, auf welche die Zeichnung ge-macht werden soll,- i fcy der Gesichts-punkt oder die Stelle, wo das Augeist, das die auf der Flache IZ L vliegenden Gegenstände sieht. Nunsollen sie auf der Tafel so gezeichnetwerden, daß es dem in i stehendenAuge einerlei) ist, ob es die Sachenselbst, oder die auf der Tafel gemachteZeichnung, sehe.

Hier ist sehr leicht zu sehen, daß sowol der Ort, wo jeder Gegenstandin der Zeichnung zu stehen kommt,als anch seine Figur und Große, sichdurch den veränderten Gesichtspunktverandern würde. Dieser Punktkonnte so schlecht gewählt werden,daß kaum eine Sache eine kcnnbareGestalt behielte, und auch so, daßin der Lage der Sachen sich alles ver-wirren würde.

Es ist also hier, wo von der bestenLage des Auges die Rede ist, aufdrey Dinge zu sehen. Auf den Ab-stand des Auges vom Gcmahlde i «,auf seine Hohe über die Grundflachei x, und auf seine Richtung.

Nun bedenke man zuvorderst, daßder Winkel riu, unter welchem dieBreite der Tafel ins Auge fallt, ledig-lich von der Entfernung des Augesvon der Tafel abhänge. Ist dieseEntfernung halb so groß, als dieBreite der Tafel, so fallt die ganzeTafel unter einem Winkel von 90Graden in das Auge. Wenn mannun als einen Grundsatz annimmt,daß man auf tincm Ecmähldc nichtmehr vorstellen soll, als das Augeauf einmal mit unverwandtem Vlikübersehen kann, so folget daraus,daß der Winkel t i u nicht könne über90 Grade scyn *): dcßwcgcn kannder Gesichtspunkt zur perspektivischenZeichnung nicht naher an die TafelS. Gesichtskreis.

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gerükt werden, als die halbe Breiteder Tafel betragt.

Es ist aber nicht einmal rathsam,den Gesichtspunkt so nahe an der Ta-fel zunehmen, weil die äußersten Ge-genstände bcy dieser Nahe noch zusehr würden verstellt werden. Allzugroß aber muß man die Entfernungdes Auges auch nicht nehmen, weildadurch die allmähligc Verkleinerungder, sich vom Vordergrund entfer-nenden, Thcile nicht mehr merklichgenug, und also überhaupt die ganzeScenc, oder das ganze Gemähideflach werden würde.

Die Hohe des Gesichtspunkts be-kommt ihre Einschränkungen aufeben die Art, wie seine Entfernung.Es ist aus dem Vorhergehenden klar,daß der Winkel s i x nicht wol kann4; Grade groß seyn; weil in diesemFalle die nahe an der Grundlinie lie-genden Gegenstände nicht deutlich indas Auge fallen. Es ist also allemalnothwendig, die Hohe des Gesichts-punkts geringer zu nehmen, als denAbstand desselben von der Tafel.

Indessen kömmt es dabei) auch aufdie Höhe der vorzustellenden Gegen-stände an. Wenn z. E, ein hoherThurm abzuzeichnen wäre, dessenSpitze sich sehr hoch über die Liniedes Horizonts erhöbe, so muß auchdie von der Spitze des Thurmcs inden Augenpunkt gezogene Linie mitder Horizontallinic keinen Winkel ma-chen, der über 45 Grad hoch wäre.Wenn also sehr hohe Sachen vorzu-stellen sind, deren oberste Höhe deut-lich in die Augen fallen soll, so mußder Gesichtspunkt eine ihnen derge-stalt angemessene Höhe haben, daßsie nicht undeutlich werden. Diesesaber ist bey der geringsten Kenntnißder Geometrie so leicht, daß es nichtnöthig ist, die Sache hier besondersauszuführen.

Endlich ist die Richtung des Augeszu betrachten, ober die Richtung derLinie i s. Man Übersicht eine Scene

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