Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

4c>4

G e s

G e s

mcn, daß der Bogen f^fi nicht vielüber den vierten Thcil des ganzenUnikreises des Zirkels sey.

Bisweilen versteht man durch denAusdruk Gesichtskreis, aber durch ei-ne unrichtige Anwendung des Worts,die Hohe des Angcs über dem Hori-zont, oder über die waagerechte Fla-che der Erde, weil man von einemGemahlde sagt, es habe einen niedri-gen oder hohen Horizont, wenn derAugenpunkt in einer großen oder ge-ringen Hohe über dieser Flache ge-nommen wird. Davon wird in demfolgenden Artikel gesprochen.

Gesichtspunkt.

(Zeichnende Künste.)

Aer Ort, aus welchem man eineLandschaft oder jede andre Sccne sicht-barer Dinge übersieht; man nennt ihnauch die Lage des Auges. Eine Stadt,oder ein Garten zeiget sich ganz an-ders, wenn man von einer nahen Höhedarauf herunter sieht, als wenn manweit davon entfernt, oder wenigerhoch steht. Also vcrandertderGesichts-

punkt die anscheinende Gestalt derDinge. Es kommt also bcyGemahl-dcn und Zeichnungen sehr viel daraufan, daß man für jede Sccne einenvortheilhaften Gesichtspunkt anneh-me. Die schönsteLandschaft könnte auseinem Gesichtspunkt gezeichnet wer-den, indem sie ihre Schönheit verlöre.

Aber außer dieser allgemeinen Vor-sichtigkeit sich in den vorthcilhaftcstenGesichtspunkt zu stellen, die man demGeschmak des Mahlers überlassenmuß, gicbt es noch besondere Regelnzu der guten perspektivischen Zeich-nung der Gemahlde, denen zufolgeder Zeichner den Gesichtspunkt, auswelchem das Gemahlde muß ange-sehen werden, bey der Zeichnung festse-tzet. Nach diesem Punkt richtet sich al-les Perspektivische der Zeichnung, undsie wird, wenn auch alle Regeln derPcrspcktiv genau beobachtet werden,gut oder schlecht, nach der guten oderschlechten Wahl des Gesichtspunkts.Damit alles, was hierüber anzumer-ken ist, seine völlige Deutlichkeit ha-be, müssen wir hier vorlaufig einigeGrundbegriffe derPerspektiv festsetzen.

Man