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che zu halten. Er merkt insbesonderean, daß ein florcntinischcr Künstler,II Donarello genennt, um dieselbeZeit angefangen, die griechischenWerke der Kunst nachzuahmen. Erhat in einem Pallast in Florenz, derdem Marchese Riccaroi zugehört,acht Stükc von flachem Schnitzwcrkverfertiget, von griechischem Inhalt.Eines derselben stellt insbesondere denDiomedcs mit dem geraubten Palla-dium vor, welches er vcrmuthlichnach dem bekannten Stein der floren-tinsschcn Sammlung gearbeitet hat.Dieser Donalcllo starb zu Ende desJahrs 1466.
Ein noch großcresLcben bekam dieseKunst kurz nachher durch die Verfü-gungen des großen Beschützers allerKünste, Horenxo de Medici, in derletzten, Hälfte des fünfzehnten Jahr-hunderts. Dieser fürtreffliche Fürst,den man mit Recht den Vater derKünste und Wissenschaften nennt,brachte nicht nur eine ansehnlicheSammlung alter geschnittener Stei-ne zusammen, sondern er nahm ver-schiedene Steinschneider zu sich, mun-terte sie zur Nachahmung der altenWerke auf, und thcilte die Arbeitselbst unter sie aus. Man sieht inder kaiserlichgroßherzoglichcn Galle-rte zu Florenz noch viele Steine, wel-che ^.oreino damals verfertigen las-sen. Dieses brachte die Kunst baldwieder empor; denn sobald sich rei-che und ansehnliche Liebhaber undKenner einfinden, so sieht man auchgurc Künstler entstehen. An gutenKüpfen, welche in allen Künstenglüklich fortkommen, fehlt es zu kei-ner Zeit. Daß aber diese Kunst da-mals gar nicht neu, oder in ihrer er-sten Wiederherstellung, noch Florenzeigen gewesen, wie einige uns bere-den wollen, sieh'man daraus, daßzur selbigen Zeit ein Mailänder Do-menica, mit dem Zunamen de Ca-mei, dergleichen Arbeit mit großerGeschiklichkeit verfertiget hat. Va-
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sari sagt, daß das Bild des dama-ligen Herzogs Ludwig des Mohren,von Domenico verfertiget, alle Ar-beit derselben Zeit übertroffen habe.
Nachdem die Kunst in Stein zuschneiden auf diese Weife wieder mitneuem Eifer getrieben worden, stiegsie in kurzer Zeit bcynahe wieder zuder Vollkommenheit, die sie ehedemin Griechenland bekommen hatte.Vor der Eroberung der Stadt Rom,die in das Jahr 1527 fallt, hieltensich in dieser Hauptstadt eine Mengefürtrcsslichc Künstler auf, deren Na-men in einem andern Artikel zu le-sen *). Diese bildeten die besten al-ten Steine und Münzen nach, undmachten sie so gut, daßmannochjetzoauch Kenner damit betrügen konnte.Je eifriger diese kostbaren Ucberbleib-scl der Kunst des alten Griechenlandsund Roms gesucht wurden, je mehrbestrebten sich die Künstler, durchdie Reizungen der Ehre und des Ge-wamstes getrieben, ihre Werke jenenAlten gleich zu machen und sie anihrer Statt unterzuschieben.
Zum Beweis, wie weit damalsdiese Kunst gestiegen sey, dienen fol-gende zwei) Beyspicle. Ein damali-ger Künstler, Alexandra Eesari, mitdem Zunamen i l mnetlra Zreao, ver-fertigte für den Papst Paul den IIIeine Medaille "*) auf welcher Alexan-der der Große zu den Füßen des Ho-henpriesters der Juden zu sehen ist.Dieses Werk war von so außeror-dentlicher Schönheit, daß MichelAngela bcy Betrachtung derselbenvoll Verwunderung ausgerufenhat:Dies iss der höchste Gipfel dsvRuns?. Eben derselbe Künstler hatdas Bild des Königs Heinrichs des IIin Frankreich in einen Stein geschnit-ten, welches nach dem Zeugniß derBb z besten
*) S. Steinschneider.
") Sie iik in des v. Lonanv! dtumitm.
kc>nr. R .OMSN. HZ.I. p. 199. abgebildet.