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Septimius Severus, und verfielnachher, wie die andern schönenKünste.
Von Rom aus breitete sie sich fastüber alle Abendlander von Europaaus. Aber in die Zeiten der letztenKaiser, und in die abendländischenProvinzen des römischen Reichs,kam nur noch das Mechanische da-von. Der Geist der Kunst, die voll-kommene Zeichnung, der große Ge-schmak, der edle Ausdruk und selbstdie Handgriffe, wodurch die altenMeister das Schöne aus ihrer Ein-bildungskraft in den Stein gebrachthatten, waren verschwunden. Un-ter einer beträchtlichen Menge solcherSteine, die allem Ansehen nach imdritten und vierten Jahrhundert aus-serhalb Italien geschnitten worden,habe ich kaum einen gesehen, dernoch einige dunkele Spuhren einerguten Zeichnung und fleißigen Aus-führung gehabt hätte.
Von dem Verfall des römischenReichs an erhielt sich das Mechani-sche dieser Kunst durch alle die fin-stcrn Jahrhunderte, in welchen dieKünste und Wissenschaften über-haupt am äußersten Rand ihres Un-tergangs schwebten, sowol in Ita-lien , als in den Provinzen des grie-chischen Reichs. Man verfertigteviel geschnittene Steine, fürnehmlichvon erhabener Arbeit, sowol für dieheiligen Gefäße, als für die Äusse-rung der geistlichen Gesangbücher.Auch der Gebrauch der Ringe undPetschafte ist niemals abgekommen.Man hat in Italien 1727 zwei) Rin-ge mit geschnittenen Steinen gefun-den, die« in die Hände des MaccheseAlexander Tapponi gekommen, wor-auf Köpfe von gothischen oder lon-gobardischen Personen geschnittenwaren *). Auf der königlichen Bi-bliothek in Berlin werden verschie-dene geistliche Gesang - und Litaney-
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bücher aus dem neunten und folgen-den Jahrhunderten aufbehalten, wel-che mit geschnittenen Steinen ausdenselben Zeiten reichlich ausge-schmükt sind, worunter einige vonnicht ganz verächtlicher Arbeit sichbefinden. Der Verfasser des ange-führten Werks bezeuget, daß er inBologna ein geschnittenes Siegel ausdem vierzehnten Jahrhundert gese-hen, welches von guter Arbeit (.mal-rc> den kvttc>) ist *).
Es ist also unrichtig, wenn manauf das Ansehen einiger Geschieht-schreibet- immer wiederholt, daß dieseKunst, so wie die Mahler - und Bild-hauerkunst, nach dem Untergang desrömischen Reichs in Italien, sich indem Occident verloren habe, undim fünfzehnten Jahrhundert durchdie Griechen aus Eonstantinopcl wie-der in die diesseitigen Länder gebrachtworden. Denn es ist gewiß, daß dieKünste sich immer, sowol in Italien,als in Frankreich und Deutschland,so gut erhalten haben, als in denProvinzen des römischgricchischenReiches. Dieses bleibt aber ausge-macht, daß sie in dem fünfzehntenJahrhundert in Italien wieder ange-fangen sich ihrem ehemaligen Glanzetwas zu nahern.
Was nun insbesondere die Kunstin Stein zu schneiden betrifft, soscheinet die Anmerkung des florentini-schen Professors Giulianelli *») ganzrichtig: daß sie unter den PäpstenMartin dem V und Paul dem II da-durch wieder ein neues Leben bekom-men habe, daß die Großen in Ita-lien damals in den Geschmak gekom-men , die antiken geschnittenen Stei-ne zu sammeln und in hohem Wer-th?
') in dem vorher angezogenen WerkS. ll6. li/.
") kteni orie li exli lntszlisrori erc.S. l Z 2.Ein daselbst angezogener Schriftstel-ler schreibt vom Pabst Paul dem U-inulrsicouc^uilivir urxliczue sx Lir»e«i»«c /ril» er M« xcnribu» ecc.