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her» Gaben mit dem Gcschmak, den Tieft derselben ihren Sitz haben,
wahren Künstler. Soll die ganze Seele von der Schön-
Es ist angemerkt worden, daß das heit eines Werks durchdrungen wer«
eigentliche Schone in der angenehmen den, so muß keine Sapte derselben
Form bestehe. Man dehnet aber den unberührt bleiben. Der Gcschmak
Begriff desselben auch weiter auS, dcö Künstlers muß nicht bloS auf
und nennt auch oft das, waS eine das eigentliche Schone, sondern auf
merkliche, sinnliche Vollkommenheit, jede Art dcS uncigcntlichen Schonen
Wahrheit und Richtigkeit hat, sogar gerichtet seyn, das im Grund aus
das Gute, in so fern es dem an- Wahrheit, Richtigkeit, Schiklichkcit,
schauenden Erkenntnis' klar cinlench- Wolanständigkcit und edlem Wesen
tct, Schon*). Der Geschmak in entsteht. Das Werk, das von dem
seinem weitesten Umfange geht also vollkommensten Geschmak bearbeitet
auch auf dieses Schöne. Er giebt worden, hat, wie dieEchönhcit des
den Vorstellungen nicht nur eine menschlichen Körpers, eine schone
schöne Form, sondern verbindet mit Forin, der jede Art der Kraft so ein-
derselben auch dasSchöne, das aus gewürkt ist, daß alles zusammen ein
dem Gebiete des Wahren und Guten einziges unzertrennliches Ganzes
genommen ist, auf eine so unzer- ausmacht, das den Kenner, der es
trcnnliche Weise, daß der mit diesem crblikt, auf einmal von allen Seiten
Gcschmak ausgebildete Gegenstand reizt, und jedes Vermögen, jede
auf einmal den Verstand, die Ein- Triebfeder der Seele in Würksamkcit
bildungskraft und das Herz ein- setzet. Daher entsteht denn das
nimmt. Wie man der menschlichen innige Wolgefallen, welches em-
Vildung erst alsdann die höchste pfindsame Seelen au solchenWerken
Schönheit zuschreibt, wenn ein leb- haben.
haftcr Geist nebst einem edlen Her- Hieraus ist zu sehen, daß der Ge-jen in der schönen Form gleichsam schmak in seiner ganzen Ausdehnungdurchscheinen: so erreichen auch die ein feines Gefühl in allen Nerven derWerke der Kunst erst alsdann die Seele zum Grund habe; oder, ohnehöchste Schönheit, wenn die ange- Metapher zu reden: daß jedes Ver-nehme Form durch Reizungen einer mögen der Seele, es gehöre zuin Vcr-höhern Art ein noch stärkeres Leben stand, zur Einbildungskraft oder zubekömmt. dem Herzen, das Seinige dazu bey-Also zeiget sich der Geschmak nur tragen müsse. Die Starke und großealsdenn in seiner höchsten Vollkom- Würksamkcit aller dieser Vermögen,mcnhcit, wenn er von scharfem Vcr- macht den großen Geist aus; diestände, feinem Witz und von edlen Feinheit und Scharfe derselben, denEmpfindungen begleitet wird. Ein Mann von Geschmak; wenn er nurWerk der Kunst, das die Phantasie im Stande ist, alle diese Vermögenauf das vollkommenste, oder auf die auf einmal in Würksamkcit zu unter-angenehmste Weise beschaffrigct.schei- halten. Denn nur die Vereinigungnet denn doch immernoch etwas Lee- derselben bildet Werke von vollkom-res zu haben, wenn der Verstand niener Schönheit. Wie das Augeund das Herz dabey müßig bleiben, auf einen Blik die Lage, die Gestalt,Man glaubt einigermaßen zu füh- die Größe, die Farben, das Hellelen, daß die Phantasie die Oberfla- und Dunkele, an einem sichtbarenche der Seele einnehme, da der Ver- Gegenstand erblikt, und sich von al-stand und die Empfindungen in der len diesen Dingen zusammen ein ein-
*) S. Schön.
ziges Bild macht: so empfindet der
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